Vom Heimkommen und anderen Wundern

Bernadette Schoog hat mit „Marie kommt heim“ ein wunderbares Romandebüt über Mütter und Töchter verfasst, das unter die Haut geht und berührt. Zugleich gelingt ihr das Kunststück, zutiefst menschliche Charaktere und elementare Lebenssituationen zu beschreiben, die viele Leserinnen und Leser bereits selbst erlebt haben und die so jeder und jedem ganz individuell zahlreiche Identifikationsmöglichkeiten und Anknüpfungspunkte zur eigenen Lebensgeschichte bieten.

Die Autorin, die bisher als Dramaturgin, Fernsehmoderatorin und Autorin von Biografien gearbeitet hat, lässt ihren reichen Erfahrungsschatz und Teile ihrer persönlichen Familiengeschichte bzw. der ihrer Mutter in ihren ersten Roman einfließen. Man spürt bei der Lektüre, dass sie Menschen liebt, in ihrem Beruf genau hinsieht, sich auf die Menschen einlässt und dies drückt sich auch in der Liebe zu den Figuren in „Marie kommt heim“ aus. Der Roman ist reich an Lebenserfahrung und sehr fein komponiert.

Doch bevor ich weiter ins Schwärmen gerate: Worum geht’s im Roman?
Marie ist eine Frau in ihren Vierzigern und hat vor vielen Jahren die beklemmende Enge ihrer Heimatstadt verlassen und ihr Glück fernab des kleinen Wallfahrtsortes gesucht, in dem sie aufgewachsen ist. Auch zu ihrer Mutter hatte sie wenig Kontakt.

„Hier fühlte sie sich gefangen, drangsaliert, kontrolliert und in ihrer Persönlichkeit beschnitten. Fast körperlich spürte sie die Enge dieser kleinen Stadt, in der man vertrocknete, am Aufblühen gehindert wurde.“

(S.69)

Doch als sie plötzlich einen Anruf aus dem Pflegeheim erhält, dass ihre Mutter im Sterben liegt, fährt sie zurück in ihren Heimatort, um sich zu verabschieden. Für Marie wird dies zur intensiven und emotionalen Reise in die Vergangenheit, zurück in die Familiengeschichte und zu ihren Wurzeln. Letztlich lernt sie nicht nur viel über sich selbst, sondern lernt auch ihre Mutter, zu der sie stets ein schwieriges Verhältnis hatte, noch einmal von einer völlig neuen Seite kennen.

„Sie verspürte das tiefe Bedürfnis, Frieden zu schließen, mit der Mutter, mit sich selbst, mit diesem Lebensabschnitt. Deshalb war sie doch eigentlich hergekommen.“

(S.83)

Marie war stets ein Papa-Kind, der frühe Tod des geliebten Vaters war traumatisierend. Die strenggläubige, konservative Mutter, die nur bei Besuchen des Bruders bzw. Marie’s Onkel aufzutauen scheint, der als katholischer Priester in Brasilien als Missionar arbeitet, zieht Marie alleine groß.

Die „Muhme Angst“, die Marie als geradezu physische Gestalt erlebt, die immer wieder von ihr Besitz ergreift und die versucht, sich ihres Lebens zu bemächtigen, das Kellnern im kleinen Café des Wallfahrtsorts, um sich das Taschengeld aufzubessern, Jugendsünden und Kindheitserinnerungen, die Auseinandersetzungen mit der Mutter – all dies kommt wieder hoch, als Marie nach Hause fährt, um Abschied zu nehmen. Ein Schlüsselmoment, der das Schloss zur Vergangenheit und der Familiengeschichte öffnet und sie dazu bringt, ihr bisheriges Leben Revue passieren zu lassen.

Gleichsam im letztmöglichen Moment möchte Marie zum ersten Mal wirklich mehr über ihre Mutter erfahren, sie verstehen und das letzte Stück des Weges gemeinsam mit ihr gehen. Eine Kiste mit alten Dokumenten und Briefen der Mutter öffnet ihr die Augen und wirft völlig neues Licht auf ihre Familiengeschichte.

Bernadette Schoog hat ein scharfes Auge und ein feines Händchen für stimmige Details. Ihre Sprache ist überaus sinnlich und sehr ausdrucksstark, so dass die Lektüre zum intensiven Leseerlebnis für alle Sinne wird: man riecht den Weihrauch, man hört die Glocken läuten, lauscht dem Gemurmel der Rosenkranz betenden Pilger, sieht die kitschigen Devotionalien in den vollgestopften Läden und die brennenden Kerzen in der Kapelle – man ist mittendrin in diesem Mikrokosmos Wallfahrtsort. Gleiches gilt für die bedrückende Atmosphäre im Pflegeheim oder auch dem konservativen Haushalt, der Marie’s Kindheit prägte. Die Schilderungen sind so lebensecht, dass man selbst meint, mit Marie beim Besuch der Tante im „ächzende(n) Doppelbett aus dunklem Holz, auf dem sich wie eine riesige Portion Sahne die schweren, weißen Bettdecken wölbten“ (S.56) zu liegen.

Der Roman ist ehrlich, intelligent und selbstkritisch – die Autorin beschönigt nichts, denn auch im richtigen Leben gibt es schwere Situationen zu bestehen. Es ist nicht alles rosarot. Das Leben ist nicht nur Zuckerschlecken und die Muhme Angst versucht immer wieder die Macht zu erlangen und Besitz zu ergreifen.

„Vielleicht hatte sie sich ihre Vergangenheit auch nur ein bisschen schöner gemalt, als sie es in der Realität gewesen war, oder andersherum: Die vermeintlich pädagogisch wertvollen Elemente wurden weitergegeben, der Rest blieb im Nebel.“

(S.122)

Schoog schildert auch schmerzhafte Szenen auf bewegende Art und Weise, jedoch ohne jede Effekthascherei. Vermutlich gehen gerade auch deshalb die Schicksalsschläge in Marie’s Leben beim Lesen besonders unter die Haut: der Tod des Vaters, eine versuchte Vergewaltigung, gescheiterte Beziehungen, die im Sterben liegende Mutter.

Und doch bietet der Roman auch viel Licht und Hoffnung und hat etwas Versöhnliches. Es gibt Heilung für die Wunden und Narben, die das Leben hinterlässt, und nach Abstand und Distanz kann auch eine besondere Nähe entstehen. Die Erkenntnisse der Gegenwart lassen einen auch die Vergangenheit besser verstehen.

„Hätte man an der Fassade gekratzt, den groben Putz mit einem Spatel beiseite gefegt, hätte sich eine mit weichen Pinselstrichen gezeichnete sinnliche, lebensfrohe Frau herausgeschält. Elsje. Aber Elsje durfte es nicht mehr geben, aus ihr war Elisabeth geworden.“

(S.129)

„Marie kommt heim“ ist ein einfühlsames, kluges, zutiefst menschliches und sehr berührendes Buch über das Abschiednehmen, über Mütter und Töchter und auch über die Lücke, die oft zwischen der Wahrnehmung durch die eigenen Kinder und dem tatsächlichen Charakter bzw. der Persönlichkeit der Menschen klafft, die doch mehr sind als „nur“ die Eltern ihrer Kinder.

Ein gefühlvolles, unvergessliches Buch über zwei Frauenleben, über das Heimkommen, das Ankommen und die großen und kleinen Wunder des Lebens auf der Suche nach der eigenen Identität und den familiären Wurzeln.

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Kröner Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat und bei Frau Birgit Böllinger, die mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Auf meine Meinung und Rezension des Buches hatte dies keinen Einfluss.

Beim Klick auf den Titel gibt es nähere Informationen zum Buch auf der Seite des Verlags.

Buchinformation:
Bernadette Schoog, Marie kommt heim
Kröner
ISBN: 978-3-520-76301-3

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich Bernadette Schoog’s „Marie kommt heim“:

Für den Gaumen:
Kulinarisch nimmt uns Bernadette Schoog mit auf eine Zeitreise: da wird berichtet von ausgelassenen Gesellschaften bei „Schnittchen“, „Käseigel“ und „Liebfrauenmilch“ (S.14/15), wenn die Mutter Gäste bewirtete. Marie hingegen gönnt sich bei ihrer Heimkehr statt Party-Häppchen eher traditionelle Hausmannskost:

„(…) und entschied sich für einen Klassiker dieser Region, einen Uitsmijter, wie man ihn hier nannte, einen sogenannten Strammen Max, und dazu ein Pils. Ein sehr niederrheinisches Essen.“

(S.203)

Für einen Besuch oder eine Wallfahrt:
Bernadette Schoog, die derzeit in Speyer lebt, ist in Kevelaer geboren, einem berühmten Marienwallfahrtsort am Niederrhein, d.h. die Parallelen zum Wallfahrtsort Josefsburg – dem Schauplatz des Romans – kommen sicherlich nicht von ungefähr und basieren auf autobiografischen Erfahrungen der Autorin.
Mich erinnerten die Schilderungen des Wallfahrtsstädtchens sehr an das oberbayerische Altötting – das klassische Wallfahrtsziel Landshuter Pilger.

Zum Weiterklicken:
Bernadette Schoog hat dem SWR ein kurzes Interview gegeben, in dem sie ein wenig zur Entstehung und der Idee des Romans erzählt. Erst Corona gab ihr den Freiraum und die Zeit, diese bereits langgehegte Idee in die Tat umzusetzen.

Zum Weiterhören:
Musikalisch ist auch eine ordentliche Bandbreite in Marie’s Leben geboten: Von Umberto Tozzi’s „italienischen Schnulzen“, die in Dauerschleife das Pilgercafé beschallen, in welchem sich die junge Marie ihr Taschengeld aufbessert, über Jaques Brel’s „Ne me quitte pas“, das seine verführerische Wirkung entfaltet bis zum Supertramp-Hit „School“.

Zum Weiterlesen:
Auch in Sibylle Schleicher’s einfühlsamen Roman „Die Puppenspielerin“, den ich bereits hier auf der Kulturbowle vorgestellt habe, geht es um das Abschiednehmen von einer nahen Angehörigen. Allerdings geht hier die geliebte Zwillingsschwester vor der Zeit. Ein ebenso berührendes Buch:

Sibylle Schleicher, Die Puppenspielerin
Kroener
ISBN: 978-3-520-75601-5

Abschied vom anderen Leben

Reinhard Kuhnert’s Roman „Abgang ist allerwärts“ ist seine sehr persönliche, künstlerische und literarisch herausragende Auseinandersetzung mit einer entscheidenden Phase seines Lebens. Der Literat und Theaterautor fällt in den frühen 80er Jahren bei der SED-Parteispitze in Ungnade und verlässt letztlich sein Land. Eine Geschichte, die tief berührt und für den Leser eindrücklich erfahrbar macht, was Diktatur und Zensur für die Kunst und Kultur in einem Land – wie der ehemaligen DDR – bedeutet.

Elias Effert – die Hauptfigur des Romans – ist Künstler. Er schreibt unter anderem für die führenden Bühnen des Landes, ist gerade in Künstlerkreisen hoch angesehen und erfolgreich. Da ihm das Leben in Ostberlin oft zu laut und hektisch ist, sucht er in einem einsamen Mecklenburger Dorf an der Grenze zu Polen einen Rückzugsort und findet in einem alten Fachwerkhaus, das er günstig erwerben kann und anschließend renoviert, sein ganz persönliches Refugium, um in Ruhe arbeiten und schreiben zu können. Schon bald stellt sich heraus, dass dies keine Flucht in die Einsamkeit ist, sondern er bald ein integrierter Teil der kleinen Dorfgemeinschaft wird. Die Bewohner – nachdem er ihr Vertrauen und ihre Zuneigung gewonnen hat – vertrauen ihm bald auf der Straße, im kleinen Konsum und der Dorfkneipe ihre ganz persönlichen Geschichten und Lebensschicksale an und wachsen ihm ans Herz. Schnell ist der Ort nicht mehr Zweitwohnsitz, sondern sein Lebensmittelpunkt, sein Zuhause, sein Herzensort.

Schon bald jedoch verspürt er die volle Wucht und Unnachgiebigkeit des Systems, als er für einige „verfemte“ Künstlerkollegen Stellung bezieht. Ein unachtsamer Moment, eine unbedachte Aussage bzw. auch nur eine Äußerung, die politisch unerwünscht ist, reicht, um dauerhaft in Ungnade zu fallen.

„Dabei hätte ihm klar sein müssen, dass er nach der öffentlichen Aufmerksamkeit im Roten Rathaus nicht nur mit der öffentlichen Aufmerksamkeit, sondern auch mit der versteckten rechnen musste.“

(S.49)

Vorbei die Zeit der Erfolge und plötzlich hagelt es Absagen und Zurückweisungen. Ein Stück wird noch vor der Premiere abgesagt, der Hörfunk weigert sich, seine Texte zu senden. Seine Werke werden ignoriert, boykottiert und zensiert. Funktionäre der Partei versuchen, ihn wieder auf Spur zu bringen, setzen ihn unter Druck.

„Die Charaktere in meinen Texten haben bis gestern gesprochen, inzwischen wird alles daran gesetzt, sie zum Schweigen zu bringen. Ihre Misstöne sind im verordneten Gleichklang nicht länger erwünscht, und nun wird der Autor dafür haftbar gemacht.“

(S.132)

Nach und nach reift in ihm die Überlegung, seiner Heimat – diesem „halben“ Land – den Rücken zu kehren, die geliebten Menschen zurück zu lassen und schweren Herzens fasst er die Entscheidung, einen Ausreiseantrag zu stellen. Eine Zeit des bangen Wartens und der Ohnmacht beginnt.

„Dennoch hatte Effert unentwegt das Gefühl, Teil einer Inszenierung zu sein, bei der nicht er die Regie führte.“

(S. 152)

Kuhnert hat ein intensives, berührendes Buch über Verluste und Abschiede geschrieben, denn wie die Dorfbewohner stets kommentieren: „Abgang ist allerwärts“. Ob es die Möbel aus dem alten Schloss sind, die „verloren“ gehen oder ob die Dorfgemeinschaft geliebte Menschen an den Alkohol, den Tod oder die Nachbarrepublik verliert. Und dennoch bietet auch jeder Verlust und jeder Abschied wieder die Chance eines Neubeginns.

Der Autor hat ein hervorragendes Gespür für die Zeichnung von Figuren und Charakteren, die er mit viel Liebe zum Detail und sehr warmherzig für den Leser zum Leben erweckt. Menschen direkt aus dem Leben gegriffen, mit denen man sich mitfreut und mit denen man leidet. Ein Buch über Menschlichkeit, Zusammenhalt und Freundschaft, denn es sind die Bewohner dieses kleinen Dorfs, die in der Krisensituation zu ihm halten – während sich die Künstlerszene aus Selbstschutz von ihm abwendet.

Der Autor hat ein leises, poetisches und melodiöses Buch verfasst, in welchem er seine ganz persönliche Geschichte erzählt und man merkt in jeder Zeile, auf jeder Seite, wie viel es ihm bedeutet, diese in Worte zu fassen – eine wahre Herzensangelegenheit. Sein Abschied – vor allem von den Dorfbewohnern und seinem „anderen Leben“, wie er es nennt, war ihm damals nicht leicht gefallen und er lässt die Leser an dieser schmerzvollen und prägenden Phase seines Lebens teilhaben. Das ist keine wütende Abrechnung, sondern er hat mit etwas zeitlicher Distanz einen klugen und eindringlichen Roman über die Zensur und das Leben von Künstlern in einer Diktatur geschrieben – ein Buch mit einer starken Aussage und die literarisch kunstvolle Aufarbeitung eines wichtigen Themas.

Reinhard Kuhnert hat – wie sein Romanpendant Elias Effert – Mitte der 80 Jahre die DDR verlassen und schrieb seither erfolgreich für Theater, Funk und Fernsehen. Sein Roman „Abgang ist allerwärts“ erschien ursprünglich 2013 im Leipziger Plöttner Verlag und liegt nun seit kurzem als vollständig überarbeitete Neuauflage im Mirabilis Verlag in einer schönen gebundenen, wertigen Ausgabe mit Lesebändchen und einer stimmungsvollen Umschlaggestaltung von Florian L. Arnold vor.

Ein Buch voller Herzenswärme und Lebensweisheit, eine Hymne auf den hohen Wert von Literatur, Kunst und Meinungsfreiheit und ein Roman, der aufgrund seiner wunderschönen Sprache ein wahrer Lesegenuss ist.

Eine weitere Besprechung zum Buch gibt es bei We read indie.

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Mirabilis Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat und bei Fr. Böllinger von Sätze&Schätze, die mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat . Auf meine Meinung und Rezension des Buches hatte dies keinen Einfluss.

Beim Klick auf den Titel gibt es nähere Informationen zum Buch auf der Seite des Verlags.

Buchinformation:
Reinhard Kuhnert, Abgang ist allerwärts
Mirabilis Verlag
ISBN: 978-3-9818484-3-4

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich „Abgang ist allerwärts“:

Für den Gaumen:
Die Dorfbewohner verwöhnen Elias an einem kalten Wintertag in schwerer Zeit mit den einfachen und guten Lebensmitteln, die sie mit ihm teilen: Eier, Schinkenspeck, hausgemachte Schweinswurst, ein Suppenhuhn und das dazugehörige Gemüse. Ehrliche Produkte, die von Herzen kommen und die Seele wärmen sollen.

Zum Weiterhören:
Eine weitere Sicht eines Künstlers und Theatermenschen auf die Zeit in der ehemaligen DDR bietet das Hörbuch zur Autobiografie „Soundtrack meiner Kindheit“ , das Jan-Josef Liefers selbst eingesprochen hat. Kurzweilig und amüsant erzählt er über seine Kindheit und das Heranwachsen in der DDR, seine Schauspielausbildung und wie er den Mauerfall hautnah selbst erlebt hat.

Jan-Josef Liefers, Soundtrack meiner Kindheit
Autorenlesung
Argon
Laufzeit (4CDs): 4h 31 Minuten
ISBN: 978-3-8398-9042-4

Zum Weiterlesen (1):
Ebenfalls im Mirabilis Verlag erschienen ist die Fortsetzung der Geschichte Elias Efferts „In fremder Nähe“, welche direkt an „Abgang ist allerwärts“ anknüpft und die Zeit nach der Ausreise des Künstlers in Westberlin und während der Wende erzählt. Die Neugier meinerseits auf den Folgeroman ist auf jeden Fall geweckt:

Reinhard Kuhnert, In fremder Nähe
Mirabilis
ISBN: 978-3-9818484-9-6

Zum Weiterlesen (2):
Elias Effert – die Hauptfigur des Romans – reist nach Westberlin, um dort zu Kurt Eisner zu recherchieren – er möchte ein Stück über den linken, sozialdemokratischen Politiker schreiben, der kurz Bayern regierte. Informationen über ihn waren in der DDR nicht zugänglich und wurden unter Verschluss gehalten. Wer heute jedoch mehr über Kurt Eisner und die turbulente Zeit der Münchner Räterepublik erfahren möchte, der kann – ohne Einschränkungen – gerne zu Volker Weidermanns „Träumer – Als die Dichter die Macht übernahmen“ greifen – eine gelungene literarische Annäherung an diese Zeit.

Volker Weidermann, Träumer – Als die Dichter die Macht übernahmen
Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-04714-1