Italienische Sommerglücksgefühle

Vorfreude auf den Sommer und eine große, nie zu stillende Italiensehnsucht – kaum eine Lektüre kann diese beiden Gefühle wohl so intensiv befeuern wie Axel Hacke’s wunderbares neues Buch „Ein Haus für viele Sommer“. Ein lichtdurchflutetes, freundliches und beseelendes Buch, das einen am liebsten sofort die Koffer packen und nach Italien aufbrechen lassen möchte.

Axel Hacke fährt seit über dreißig Jahren mit seiner Familie meist mehrmals im Jahr auf die Insel Elba in ein Ferienhaus, das er liebevoll den „Torre“ nennt und das sich im Familienbesitz befindet. Statt weite Fernreisen zu unternehmen und die entlegensten Winkel der Welt zu entdecken, zieht es ihn jeden Sommer immer wieder dorthin – an den immer gleichen Ort „in das immer gleiche Dorf und das immer gleiche Haus“ (S.33). Warum?

„Nirgendwo anders habe ich so ein deutliches Gefühl für das Verstreichen der Zeit gehabt wie hier im Dorf oder oben auf dem Ripidello, dem Hügel einige Kilometer außerhalb des Dorfes, wo du auf einer uralten Mauer sitzen kannst und zusiehst, wie ein Wind die Olivenblätter leise bewegt und wie die Zeit zusammen mit dem Wind durch die Bäume streicht und dabei langsam verstreicht.“

(S.8/9)

In zahlreichen Kapiteln, Geschichten und Anekdoten erzählt Hacke, was die Magie für ihre ausmacht: die Landschaft, das Meer, das Essen, das Wetter, die Ruhe … aber vor allem und am allermeisten die Menschen.
Sie sind das Herzstück seiner Episoden: und so dürfen wir seine italienischen Freunde, ob Barbesitzer, Handwerker, Automechaniker, Rettungsschwimmer, Maler, Dichter, Lebenskünstler und Philosophen kennenlernen.
Aber wir treffen auch auf Dante’s Ziegen, die einen unersättlichen Appetit haben, auf wasserdurchlässiges Mauerwerk im Torre, das schwer abzudichten ist, erfahren einiges über die Mysterien bzw. die höhere Wissenschaft der italienischen Müllentsorgung und einen alten Cinquecento, der sich als wahre Diva entpuppt.

Zudem hat wohl noch kaum jemand die Magie der Olivenernte und das Pressen des Öls mit solcher Begeisterung und Faszination beschrieben, wie Axel Hacke das in diesem Buch getan hat. Der Stolz auf das erste Öl aus Oliven – von den eigenen Bäumen und von Hand geerntet – sprüht aus jeder Zeile und leuchtet einem entgegen wie das „grüngelbgoldene“ Lebenselixier aus den sorgfältig abgefüllten Flaschen, die als wertvoller Schatz mit nach Deutschland gebracht werden.

Es ist ein Buch über ein Lebensgefühl und über eine lebenslange Liebe, aber zwischen den Zeilen auch über Werte, Haltung und darüber was wirklich wichtig ist im Leben. Themen, die den Autor auch schon in anderen Werken wie „Wozu wir da sind“ oder gemeinsam mit Giovanni di Lorenzo in „Wofür stehst Du? Was in unserem Leben wichtig ist“ beschäftigt haben.

Axel Hacke ist ein grandioser Geschichtenerzähler, der mit unverwechselbarem Charme, warmherzigem Humor und einer ganz großen Liebe zu den Menschen und zum Leben, Momente und Anekdoten zu Papier bringt, die mitten aus dem Leben gegriffen sind. Er verbindet tiefgründige, philosophische Gedanken mit einem selbstironischen, pointierten und intelligenten Witz, der große Freude macht und zum Schmunzeln, Lächeln und Lachen bringt.

Die Lektüre ist gleichsam eine Liebe auf den ersten Blick. Die ersten Sätze, die ersten Absätze, die ersten Seiten – und schon ist man der Erzählkunst Hacke’s und dem italienischen Zauber verfallen. Man möchte sich sofort ins Auto setzen, genau wie er in dieses Dorf auf dieser Insel fahren und die Menschen kennenlernen. Mit ihnen in der Bar sitzen, einen Espresso oder ein Glas Wein trinken, sich die Sonne auf die Nase scheinen lassen und das Leben genießen.

„Heute ist ein Tag, an dem ich nichts tun will. Gar nichts. Ich stelle mir einen Stuhl vor den Torre, direkt neben den Eingang, wo es heute früh noch schattig ist. Und tue nichts.“

(S.145)

Und frei nach Albert Camus denke ich: Wir können uns Axel Hacke als glücklichen Menschen vorstellen. Mögen ihm daher also noch viele Sommer auf Elba in seinem Refugium beschieden sein und er uns weiterhin mit solch wunderbaren Büchern beglücken.

„Wir sitzen da und haben uns ausgelegt und lassen das Leben anbeißen.“

(S.153)

Wer sich nach Italien träumen möchte, eine Prise Glück im Leben gebrauchen kann und sich selbst etwas Gutes tun möchte, der sollte genau dieses Buch zur Hand nehmen, es lesen, genießen und die Zeit verstreichen lassen. Ein Buch das Licht, Helligkeit und Leichtigkeit schenkt, die italophile Seele zum Singen und Tanzen bringt und das man mehrfach und immer wieder lesen kann. Die wunderbare, hochwertige Aufmachung in strahlend azurblauem Leinen tut ein Übriges und bringt die Augen bibliophiler Menschen zum Leuchten.

Für mich sicherlich eines der absoluten Leseglanzlichter in diesem schicksalsschweren Jahr 2022, das mich wirklich restlos begeistert und glücklich gemacht hat.

Auch Elke Heidenreich hat das Buch von ganzem Herzen empfohlen, wie man in diesem knapp 5-minütigen WDR-Podcast nachhören kann.

Buchinformation:
Axel Hacke, Ein Haus für viele Sommer
Verlag Antje Kunstmann
ISBN: 978-3-95614-483-7

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich Axel Hacke’s „Ein Haus für viele Sommer“:

Für den Gaumen:
Was wären die Urlaube in Italien ohne kulinarische Köstlichkeiten? So schlägt ein italienischer Freund des Autors als Abendessen zum Beispiel „Spaghetti alla bottarga“ vor – Pasta mit Meeräschenrogen – ein Gericht, das ich persönlich noch nicht probiert habe. Oder doch lieber einen Branzino (Wolfsbarsch) vom Grill?

Zum Weiterhören (I):
Seit ich blogge und mir bewusst die musikalischen Querbezüge und Inspirationen meiner Lektüren notiere, bemerke ich, wie häufig in Italien-Büchern der Sänger Fabrizio De André auftaucht. Erst vor kurzem bei Gesuino Némus’ Sardinien-Krimi „Süße Versuchung“ war er mir wieder untergekommen und jetzt also auch bei Axel Hacke: Er erwähnt und zitiert ein berühmtes Stück von ihm namens „Le nuvole“ – die Wolken.

Zum Weiterhören (II):
Wer gerne aus dem Munde des Autors selbst mehr über seine Beziehung zum Sommerhaus auf Elba, zu Italien und darüber hinaus erfahren möchte, was für Axel Hacke ein gelungenes Wochenende ausmacht, dem kann ich die Folge des ZEIT-Podcast „Was machst du am Wochenende“ sehr empfehlen, bei der er zu Gast war – eine kurzweilige, gutgelaunte Stunde gepflegte Unterhaltung, die auch Lust auf dieses Buch macht.

Zum Weiterlesen:
Axel Hacke gibt auch Anregungen auf weiterführende italienische Lektüre, so ist er ein bekennender Fan der Montalbano-Krimis des großen Andrea Camilleri, nimmt Bezug auf Giovannino Guareschi und seine berühmten Geschichten um „Don Camillo und Peppone“ und er weckte meine Neugier auf einen weiteren Roman, der sich mit dem Schicksal eines sardischen Jungen beschäftigt: Gavino Ledda’s Roman „Padre Padrone“.

„Und ich, der ich solche Armut nur aus Büchern kenne, erzähle, dass ich gerade Padre Padrone von Gavino Ledda gelesen habe. Auch die Verfilmung durch die Gebrüder Taviani habe ich gesehen. Die Geschichte eines Jungen, der kaum dass er ein paar Tage in der Schule gewesen ist – vom Vater dort abgeholt wird, weil der ihn als Ziegenhirte braucht, und weil der Alte das, was der Junge in dieser Schule lernt, als nutzloses Zeug verachtet.“

(S.263)

Gavino Ledda, Padre Padrone
Aus dem Italienischen von Heinz Riedt
dtv
ISBN: 978-3-423-13121-6

Tatort Tessin

Urlaubsreif? Eine kleine Auszeit gefällig? Ihr wart schon oder wolltet unbedingt immer schon mal eine Reise ins Tessin machen? Dann ist Mascha Vassena’s Regional-Krimi „Mord in Montagnola“ genau das Richtige. Mit Moira Rusconi, die als Übersetzerin und Dolmetscherin arbeitet, stellt sie uns eine interessante, neue Ermittlerpersönlichkeit vor, die für frischen Wind sorgt.

Moira Rusconi ist alleinerziehende Mutter einer Teenager-Tochter und hat sich gerade frisch von ihrem Partner getrennt. Vor vielen Jahren ist sie von einem längeren Auslandsaufenthalt in Peru zurückgekehrt und lebt seitdem in Deutschland, wo sie als Übersetzerin von Fachliteratur und Bedienungsanleitungen arbeitet, um sich und ihre Tochter durchzubringen. Ihr Vater – ein pensionierter Literaturprofessor – lebt alleine und schon lange geschieden von Moira’s Mutter im Tessin, wo Moira auch aufgewachsen ist. Als dieser nach einem Schlaganfall ihre Hilfe benötigt, fährt sie zu ihm, um ihm zu helfen – es wird für sie eine Reise in die Vergangenheit, in ihre Jugend.

„Elfriede? Süßer Name!“
„Süß? Etwas Respekt vor diesen einzigartigen Kreaturen bitte! Die da sind: Herta, Ingeborg, Luise – und Marlen mit einem E.“
Ambrogio deutete nacheinander mit dem Zeigefinger auf jede der Genannten. Herta war die Graugetigerte, Ingeborg die große Schwarze, Luise der rote Blitz und Marlen die blaugraue Kartäuser.
„So hast du deine Lieblingsautorinnen immer um dich. Sind es wirklich alles Kätzinnen?“

(S.28)

Der Vater lebt in einem urigen, gemütlichen Haus zwischen Bücherstapeln mit fünf Katzen, die er nach seinen Lieblingsschriftstellerinnen benannt hat. Moira beschließt, dass sie auch eine Weile vom Tessin aus arbeiten kann, um dem Vater beizustehen, zumal sich auch die Großmutter in Deutschland eine Weile um ihre Tochter kümmern kann.

Als plötzlich in einer Nevèra, einem historischen Tessiner Eiskeller, der zum Konservieren der Lebensmittel verwendet wurde, bevor es Kühlschränke gab, von deutschen Wanderurlaubern eine Leiche gefunden wird, braucht die örtliche Polizei eine Dometscherin und bittet spontan Moira um Unterstützung.
Und schon ist sie mittendrin in einem Mordfall und da ihre große Jugendliebe Luca auch noch der zuständige Gerichtsmediziner des Kantons ist, wird es nicht nur bei den polizeilichen Ermittlungen, sondern auch in ihrem Gefühlsleben aufregend und turbulent.

Im schönen, malerischen Tessiner Ort Montagnola, der langjährigen Wahlheimat Hermann Hesse’s wird schnell klar, dass sich das Opfer weit mehr als nur einen Feind gemacht zu haben scheint. Moira beginnt in ihrer Rolle als Übersetzerin mit unkonventionellen Methoden zunehmend die Polizistin Chiara zu unterstützen und findet mehr und mehr Gefallen an ihrer neuen Aufgabe.

Mascha Vassena ist ein sinnlicher, harmonischer Regiokrimi in idyllischer Urlaubsatmosphäre und ein gelungener Auftakt für ihre Hauptfigur Moira Rusconi geglückt, der wirklich Lesefreude bereitet, gute Laune macht und geradezu nach einer Fortsetzung verlangt.

Schön auch, dass in diesem Krimi mal richtig Frauenpower angesagt ist: die ermittelnde Polizistin, die Staatsanwältin, die IT-Expertin – Mascha Vassena hat viele Schlüsselstellen in diesem Roman mit interessanten und starken Frauen besetzt.
Der Gerichtsmediziner und Hobbywinzer im Nebenberuf, der zugleich Moira’s erste große Liebe war, sorgt für die gewisse amouröse Note, die natürlich auch nicht fehlen darf.

Mascha Vassena hat viel Liebe in ihre Charaktere und die positive, wohlige Atmosphäre in diesem Buch gesteckt – schöne, liebevolle Details, die stimmig sind und ein rundum harmonisches Leseerlebnis schaffen. Die sympathischen Figuren, das südliche Flair und der Charme trösten vollkommen über kleinere Unplausibilitäten hinweg – schließlich soll und ist dies kein True Crime-Band, sondern ein stimmungsvoller Regio-Krimi, der zweifelsohne Lust und Laune auf das Tessin macht.

Eine wohltuende Lektüre, bei der einem das Herz aufgeht. Bei mir hat die Autorin definitiv die richtigen Knöpfe gedrückt und meinen Nerv getroffen: als Buchliebhaberin, die hin und wieder gerne einen Regio-Krimi liest, mag ich vor allem die intellektuellen Figuren: den Literaturprofessor, der umgeben von seinen Büchern und Katzen lebt und die Übersetzerin, die weltoffen ist und sich trotzdem auch wieder ihrer Wurzeln besinnt. Wenn dann noch in einer urigen, rustikalen Osteria gute Gespräche bei einem Glas Wein und exquisitem Essen geführt werden, dann ist das eine literarische Welt, in die ich gerne abtauche. Schönster Eskapismus – kurzweilig und unterhaltsam.

Urlaubsgefühle und Fernweh sind bei dieser Lektüre definitiv vorprogrammiert. Ein perfektes, charmantes Buch für einen lauen Abend auf dem Balkon oder der Terrasse mit einem Gläschen Wein – so kann und darf der Sommer kommen!

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Eichborn Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Auf meine Meinung und Rezension des Buches hatte dies keinen Einfluss.

Beim Klick auf den Titel gibt es nähere Informationen zum Buch auf der Seite des Verlags.

Buchinformation:
Mascha Vassena, Mord in Montagnola
Eichborn Verlag
ISBN: 978-3-8479-0102-0

***

Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich Mascha Vassena’s „Mord in Montagnola“:

Für den Gaumen (I):
Kulinarisch hat dieser Krimi wirklich viel zu bieten:
Denn Moira hat unter anderem einige Jahre in Peru gelebt und wenn sie die Sehnsucht nach Lima überkommt, kocht sie „Lomo saltado“ – ein peruanisches Pfannengericht mit mariniertem Rindfleisch, Zwiebeln, Tomaten und Chilis.
Und danach vielleicht den peruanischen Cocktail „Pisco sour“?

Für den Gaumen (II):
Doch auch die Tessiner Küche Gabriella’s in der besten Osteria Montagnola’s, lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen:

„Gabriellas brasato – stundenlang gekochtes Rindfleisch mit Gemüse und Rotwein – war so zart, dass es auf der Zunge schmolz. Als Beilage gab es Polenta, den traditionellen Brei aus Maisgries, den ein Automat stundenlang in einem großen Kessel im offenen Kamin rührte.“

(S.36)

Oder doch vielleicht ein „hausgemachtes saltimbocca mit frischem Salbei aus dem Garten (…)“ und „eine Flasche vom besten Primitivo aus dem Keller“ (S.61)?

Zum Weiterschauen oder für einen Museumsbesuch:
Der berühmteste Bewohner Montagnola’s – dem dort in der Nähe seines ehemaligen Wohnhauses ein eigenes Museum gewidmet ist – war wohl Hermann Hesse.
Dort entstanden viele seiner bekanntesten Werke, wie zum Beispiel „Narziss und Goldmund“, „Siddharta“ oder „Das Glasperlenspiel“ – zudem malte Hesse selbst wunderbare Gemälde der Tessiner Landschaft und der idyllischen Orte.

Zum Weiterlesen (I):
Eines der Werke Hermann Hesse’s, das ebenfalls in Montagnola entstanden ist und für mich einen außergewöhnlichen Zauber und eine besondere Bedeutung hat, ist die Novelle „Klingsors letzter Sommer“ (1919) über den Maler, der vor seinem Tod noch in einen Schaffensrausch verfällt.

Hermann Hesse, Klingsors letzter Sommer
Insel-Bücherei 1431
ISBN: 978-3-458-19431-6

Zum Weiterlesen (II):
Auch letztes Jahr weilte ich literarisch für eine Weile im schönen Tessin und zwar mit Hannah Arendt in Tegna, in Hildegard E. Kellers wunderbarem Roman „Was wir scheinen“, der letztes Jahr zu meinen Lesehöhepunkten zählte:

Hildegard E. Keller, Was wir scheinen
Eichborn
ISBN: 978-3-8479-0066-5

Zu weit weg vom Meer

Dank Gesuino Némus’ zweitem Sardinien-Krimi „Süße Versuchung“, der nun auf deutsch erschienen ist, konnte ich wieder in das Dörfchen Telévras zurückkehren, das ich im letzten Jahr in „Die Theologie des Wildschweins“ schon ins Herz geschlossen hatte. Der zweite Fall wartet mit einem Zeitsprung auf, denn wir befinden uns nicht mehr im Sommer 1969, sondern in der Gegenwart.

Und auch die Hauptakteure sind jetzt andere:
In der Bar hat ein Generationenwechsel stattgefunden und so steht jetzt Barista Samuele Baccanti – Tore’s Sohn – hinter dem Tresen und bewirtet seine meist ausschließlich einheimischen Gäste.

Womit wir beim Problem wären: Wie kann es gelingen, dass Telévras mehr Touristen anzieht? Dieses sardische Dörfchen, das einfach „zu weit weg vom Meer“, etwas abgeschieden in den Bergen liegt und doch so dringend auf das Geld der Urlauber angewiesen wäre. Der vielleicht kleinste Heimatverein Italiens soll sich darum kümmern, Ideen zu entwickeln. Doch als dieser plötzlich ohne Vorstand völlig führungslos zu sein scheint, gleichsam ein Machtvakuum im Dorf entsteht und dann auch noch zwei rätselhafte Todesfälle im Ort für Aufsehen sorgen, bekommt Telévras plötzlich mehr mediale Aufmerksamkeit und Publicity als man sich hätte erträumen können.

Die Dorfbewohner und Charaktere sind weiterhin kauzig, kantig und eigenwillig. So stehen dieses Mal unter anderem ein Renn-Jockey im Ruhestand mit ausgeprägten Minderwertigkeitskomplexen, ein Dorfdichter und ein suspendierter Polizist im Zentrum des Geschehens.

„Ach, Lyrik kann lustig sein?“, erkundigte sich Marzio leidenschaftslos.
„Alles kann lustig sein, es kommt nur auf den Standpunkt an.“

(S.115)

Und was um Himmels willen hat das alles mit Elvis, Kurt Cobain oder Prince zu tun? Das wird nicht verraten, lasst Euch überraschen, denn Gesuino Némus, der im richtigen Leben Matteo Loci heißt und auf Sardinien geboren ist – sorgt dieses Mal für einige aberwitzige Wendungen und Wirrungen.

Ich mag die Erzählmelodie von Némus und den Humor, der so trocken ist, wie die sardische Erde nach acht Monaten ohne Regen und so schwarz wie der Espresso aus Samuele’s Kaffeemaschine in der Dorfbar.

„Der Tod ist die Art und Weise, mit der das Leben dir deine Entlassung erklärt. Ich erinnere mich nicht mehr, von wem diese Worte stammen, aber es muss ein kluger Kopf gewesen sein, (…)“

(S.118)

Der sardische Lokalkolorit kommt natürlich auch nicht zu kurz – so bewegt man sich zwischen Nuraghe – den prähistorischen Turmbauten auf der Insel – Kloster und Dorfbar, speist „Fritto Misto“ und trinkt ein Gläschen rubinroten Cannonau.
Und während der Schirokko bläst, zwielichtige Investoren ihr Unwesen treiben und der Heimatverein sich Gedanken über den Inhalt des nächsten Werbeflyers macht, gibt es für den Dorfdichter viel zu erzählen…

„Er hielt sich gut an dem Geländer fest und ging zu dem kleinen Platz, und kurz vor seinem Haus blieb er verzaubert stehen – die Sonne schien auf das Meer, vor ihm lag das verschneite Tal und am Horizont tiefblaues Wasser. Bei dem Anblick beruhigte er sich. Die Natur half ihm, wie so oft.“

(S.259/260)

Allzu gerne würde man sich selbst vor die Dorfbar in die Sonne setzen, eine schöne Tasse Espresso und ein Cornetto genießen und den schrulligen Bewohnern und ihrem wilden Treiben in Telévras zusehen.

Auch wenn die Lektüre etwas Konzentration erfordert und man sich nicht verwirren lassen darf: Dieser Krimi ist bittersüß, humorvoll, schräg und witzig und auf seine ureigene Art wieder etwas Besonderes. Allen Leserinnen und Leser, die also gerne mal die ausgetretenen Regionalkrimi-Pfade verlassen wollen und sich auf ein etwas spezielleres, sardisches Krimierlebnis einlassen möchten, kann ich nur empfehlen, sich von Némus nach Telévras entführen zu lassen – auch wenn es für Pauschaltouristen vielleicht „zu weit weg vom Meer“ liegt. Für sonnenhungrige, italienaffine Lesetouristen lohnt es sich auf jeden Fall.

Auf Italienisch sind bereits fünf Bände der Reihe erschienen und daher hoffe ich sehr, dass ich mich auch auf weitere Sardinien-Krimis von Gesuino Némus und Geschichten aus dem Örtchen Telévras in deutscher Übersetzung freuen darf. Denn von Büchern, die sich wie ein kleiner Kurzurlaub anfühlen und entspannte, sonnige Laune verbreiten, kann man bzw. ich nie genug bekommen.

Ein leuchtendes fröhliches Umschlagbild, eine launige Lektüre und eine wahrhaft „Süße Versuchung“, der ich gerne und mit großem Genuss erlegen bin.
Schließlich wusste schon Oscar Wilde: „Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!“

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Eisele Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Auf meine Meinung und Rezension des Buches hatte dies keinen Einfluss.

Beim Klick auf den Titel gibt es nähere Informationen zum Buch auf der Seite des Verlags.

Buchinformation:
Gesuino Némus, Süße Versuchung
Aus dem Italienischen von Juliane Nachtigal
Eisele Verlag
ISBN: 978-3-96161-132-4

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich Gesuino Némus’ „Süße Versuchung“:

Für den Gaumen:
Auch dieses Mal enthält das Buch nach dem „fil e ferru“ vom letzten Mal wieder eine hochprozentige kulinarische Empfehlung:

„Sie waren zum Du übergegangen, und der Dichter feierte dieses Ereignis, indem er s’axina asutt’e spiritu servierte, in Schnaps eingelegte weiße Weinbeeren.“

(S.117)

Zum Weiterhören (I):
Schon durch den ersten Fall von Gesuino Némus wurde ich auf den italienischen Sänger Fabrizio de André (1940 – 1999) aufmerksam. Dieses Mal wird explizit das posthum erschienene Album (Compilation) aus dem Jahr 2005 erwähnt: „In direzione ostinate e contraria“. Für eine Extraportion Italiengefühl einfach mal reinhören!

Zum Weiterhören (II) oder für einen Opernbesuch:
Samuele Baccanti, der Barbesitzer ist großer Opernfan und so sind seine Gäste gezwungen, die Saisoneröffnung der Mailänder Scala mit ihm im Fernsehen zu verfolgen, die in der Bar läuft: Giacomo Puccini’s „Madama Butterfly“ und die Arie „Un bel dì vedremo“ wird bald lautstark mitgesungen.
Eine herrliche Szene nach meinem Geschmack – mir würde Samuele da zweifelsohne eine große Freude machen.

Zum Weiterlesen bzw. vorher lesen:
Der erste Band der Reihe war letztes Jahr eines meiner Lesehighlights (hier geht’s zu meiner Rezension). Der Fall, der im Sommer 1969 spielt, hat mich begeistert und wer noch mehr Lust auf Sardinien, Sonne und einen etwas ungewöhnlichen Krimi hat, dem kann ich „Die Theologie des Wildschweins“ wärmstens empfehlen:

Gesuino Némus, Die Theologie des Wildschweins
Aus dem Italienischen von Sylvia Spatz
Eisele
ISBN: 978-3-96161-098-3

Erfrischende Ostseebrise

Eine kleine Flucht aus dem Alltag, eine charmante Zeitreise und ein wenig Ostseeluft schnuppern: all das bietet Hedwig Dohm’s Freiluftnovelle „Sommerlieben“ aus dem Jahr 1909. Die Büchergilde Gutenberg hat in der Reihe „Büchergilde unterwegs“ nach „Das Buch von der Riviera“ von Erika und Klaus Mann nun auch das unterhaltsame Werk der Urgroßmutter der beiden in einer optisch schönen Aufmachung neu aufgelegt.

Hedwig Dohm war die Großmutter von Katia Mann, Schriftstellerin und überzeugte Frauenrechtlerin – weitere ergänzende Details und biografische Informationen zur Autorin enthält dankenswerterweise auch das Nachwort von Heike Brandt. Als Dohm die „Sommerlieben“ schrieb war sie beinahe 80 Jahre alt und doch atmet dieses Werk neben Lebenserfahrung und Klugheit auch eine jugendliche Frische und Leichtigkeit, die beim Lesen ansteckend wirkt und den Leser sofort in Urlaubsstimmung versetzt.

Allein für solche Sätze wie den folgenden und diese herrliche Sprache lohnte sich für mich schon die Lektüre – (Achtung! Bitte auf der Zunge zergehen lassen):

„Nun weiß ich aus Erfahrung und Seelenkenntnis, daß, wenn der Mensch seinen Ärger zur Papier bringt, sich sofort auch die komisch-amüsanten Seiten der Ärgernisse präsentieren, wahrscheinlich aus einem Instinkt der menschlichen Natur heraus, der sich selbst aus dem Schierling des Missvergnügens noch ein Tröpfchen Honig herausdestilliert.“

(S.13)

Mit spitzer Feder und scharfzüngig formuliert und berichtet „Trautantchen“ Marie Luise in Form von Briefen an den werten Schwager – den die Schwester schmählicherweise treulos verlassen hat – über ihre Sommerfrische im Badeort Salentin auf Usedom, den sie dort mit den ihr anvertrauten Kindern – Nichte Hanna und Neffe Rudi – verbringt.

Die unverheiratete, „ältere Jungfer“ erzählt offen, direkt und schonungslos von der Ankunft im Quartier, das noch ihrer Nachbesserung und Aufmöbelung bedarf und karikiert gnadenlos und pointiert jeden in ihrem Umfeld: Gastgeber, Urlaubsgäste, Dienstpersonal und auch die Kinder – keiner entkommt ihrem Adlerauge und ihrer spitzen Zunge.

„Welch eine Temperamentsfülle! Ihre jubelnde Hingabe an alles, was Genuß verspricht, könnte ein halbes Dutzend Mysanthropen mit Optimismus versorgen.“

(S.48)

So erlebt man anhand ihrer plastischen und intensiven Beschreibungen auch hautnah mit, wie sie bei einer vergnügten Ruderparte plötzlich in ein Unwetter kommt, wie wenig Talent und Ehrgeiz ihr Dienstmädchen Alma für das Kochen und die Haushaltsführung im Allgemeinen aufbringt oder mit welchen Tricks sie das allzu strenge Kindermädchen Miß Jones abzulenken versucht, so dass der kleine Neffe Rudi ein wenig mehr Freiheiten bekommt. Kleine, stimmungsvolle Urlaubs- und Strandszenen, welche die Badekultur (inklusive der Bademode) der damaligen Zeit – gerade die Kaiserbäder an der Ostsee waren sehr en vogue – vor den Augen des Lesers wieder aufleben lassen.

Aber auch ein Gesellschaftsportrait der damaligen Zeit und eine bemerkenswerte Studie über eine unverheiratete Frau, die sich trotz aller Selbstständigkeit und Unabhängigkeit doch auch hin und wieder nach einer erfüllenden Beziehung sehnt.
Die Anklänge und kritischen Untertöne der Frauenrechtlerin sind zwischen den Zeilen ebenso zu finden, wie die dunklen Wolken des aufziehenden Antisemitismus, welche sich bereits vor die Sonne schieben.

Doch der unterhaltsame, amüsante und stellenweise herrlich-bissige Tonfall der Autorin macht die „Sommerlieben“ dennoch zu einer in weiten Teilen locker-luftigen und im Grundton unbeschwerten Lektüre. Man spürt den Wind, sieht die Strandkörbe und die gestreiften Badeanzüge kurz nach der Jahrhundertwende, blickt auf die Wellen und genießt. Manches scheint sich in den letzten hundert Jahren nicht oder kaum verändert zu haben. Wer selbst schon einen Ostseeurlaub verbracht hat, weiß was unbefugte Strandkorbbesetzer, schnelle Wetterwechsel oder geschwätzige Miturlauber anrichten können – so findet sich auch der heutige Leser in vielen Szenen, Episoden, Anekdoten und Gedankengängen wieder oder vielleicht sogar ertappt.

Ein kleines, feines Buch, das so erfrischend ist, wie ein Bad in der Ostsee.
Wunderbar geeignet für einen Nachmittag im Strandkorb oder um vom heimischen Liegestuhl aus für eine Weile an diese herrliche Küste zu reisen. Wer also die Möglichkeit dazu hat, sollte es halten wie Tantchen Marie Luise:

„Täglich in der Morgenfrühe gehe ich ans Meer, um in meinem Strandkorb zu lesen, irgendein Buch, das Stille und Sammlung will.“

(S.55)

Doch nicht „irgendein Buch“: Die „Sommerlieben“ wären hierzu definitiv eine erstklassige Wahl.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei der Büchergilde Gutenberg, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Auf meine Meinung und Rezension des Buches hatte dies keinen Einfluss.

Beim Klick auf den Titel gibt es nähere Informationen zum Buch auf der Seite derBüchergilde.

Buchinformation:
Hedwig Dohm, Sommerlieben – Freiluftnovelle
Herausgegeben und mit einem Vorwort von Julia Finkernagel
Büchergilde Gutenberg
ISBN: 978-3-7632-7285-3

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich Hedwig Dohm’s „Sommerlieben – Freiluftnovelle“:

Für den Gaumen (I):
Die Urlaubskost muss gesund sein und darf nicht so schwer im Magen liegen, deshalb wäre Obst eine hervorragende Wahl, allerdings beklagt Marie Luise, die stolzen Preise für Erdbeeren und ist froh, mit Trockenobst vorgesorgt zu haben:

„Ein Trost in der Not der Öbste ist die Kiste mit den getrockneten Aprikosen, Prünellen und Pflaumen“

(S.23)

Für den Gaumen (II):
Doch auch einem Gläschen Wermut scheint die Tante nicht abgeneigt zu sein:

„Also merke es Dir: Ich bin ein vergnügtes, jüngeres altes Mädchen. Die Vergnügtheit zuweilen gemischt mit etwas Wehmut. Ein Tröpfchen Wermut nicht ausgeschlossen. Das gehört sich für eine ältere Jungfer.“

(S.26)

Zum Weiterschauen:
Ein Zeitgenosse Hedwig Dohm’s, der ab 1909 ebenfalls regelmäßig nach Usedom reiste und das „Dorf Alt-Sallenthin“ (um 1912) auf seine ihm typische Art als Gemälde verewigte, ist der Künstler Lyonel Feininger. Auf der Website des Museum Folkwang kann man sich dieses Gemälde und eine kurze Erläuterung dazu ansehen.

Zum Weiterlesen:
Literarisch fällt mir zur Ostsee sofort auch Eduard von Keyserling’s Roman „Wellen“ aus dem Jahr 1911 – also nur zwei Jahre nach Hedwig Dohm’s „Sommerlieben“ erschienen – ein, den ich vor vielen Jahren gelesen habe:

Eduard von Keyerling, Wellen
Insel Taschenbuch
ISBN: 978-3-458-34682-1

Aller guten Dinge sind… an der Côte d’Azur

Heute gibt es zur Abwechslung mal mehrere Buchtipps auf einmal, denn aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei und ich weilte in der letzten Zeit literarisch gleich drei Mal an der sonnigen Côte d’Azur. Ausgehend vom frisch erschienenen Sachbuch Lutz Hachmeister’s „Hôtel Provençal – Eine Geschichte der Côte d’Azur“, über einen Klassiker der Reiseliteratur von Erika und Klaus Mann „Das Buch von der Riviera“ aus dem Jahre 1931 zu einem Klassiker der Kriminalliteratur von Georges Simenon „Maigret in der Liberty Bar“. Bereit für die Reise an die himmelblaue Küste? Los geht’s!

„Mitte der 1920er Jahre waren in Juan-les-Pins die Dämme gebrochen. Die gesamte Pariser und US-amerikanische Künstler- und Literatenbohème kam im Gefolge von Picasso, den Murphy’s und Cole Porter nach „Juan“. Zur Verwunderung der eingesessenen Antiboas wurde das seit drei Jahrzehnten vor sich hin dämmernde Projekt „Juan-les-Pins“ zu einem Welterfolg.“

(aus Lutz Hachmeister „Hôtel Provençal – Eine Geschichte der Côte d’Azur“, S.45)

Ausgehend von der Geschichte des legendären, mondänen „Hôtel Provençal“ – einem großen, weißen Luxushotel in Juan-les-Pins – erzählt Lutz Hachmeister, wie die Côte d’Azur zu dem künstlerischen und touristischen Zentrum wurde, das es gerade in den Dreißiger Jahren war und wie sich der Tourismus über die Jahrzehnte bis heute an einer der berühmtesten Küsten der Welt weiterentwickelte.

Das weltberühmte Hotel, das 1927 vom reichen Amerikaner Frank J. Gould eröffnet wurde, entwickelte sich schnell zum renommierten und glamourösen Luxushotel in Juan-les-Pins. Hachmeister schildert die bewegte Familiengeschichte des Hotelgründers und widmet sich aber auch ausführlich den Künstlern, Malern, Literaten, Filmemachern, den Stars und Sternchen der Zwanziger und Dreißiger Jahre, die als Gäste nach Juan und in die Nachbarorte kamen. Man liest über den sonnengebräunten Picasso am Strand, die kurze und heftige Liebesaffäre Charlie Chaplin’s mit der jungen Tänzerin Mitzi Müller und über Marlene Dietrich, die samt Entourage an der Küste logierte.

Doch Hachmeister schildert auch den zunehmenden Ausverkauf der Küste, die Ära der Betonbauten und die negativen Entwicklungen über die Jahrzehnte. So steht das Provençal als Tourismusruine schon seit Jahrzehnten leer und Immobilienentwickler suchen immer wieder nach lukrativen Lösungen für das Objekt.

Eine interessante, vielseitige und flüssig zu lesende Kulturgeschichte, die mir einen interessanten und stimmungsvollen Einblick in die wechselhafte Geschichte dieser sonnenverwöhnten Region im Süden Frankreichs und seiner illustren Gäste gegeben hat.
Eine ausführliche, lesenswerte Besprechung zum Buch erschien vor kurzem in der ZEIT.

In den Dreißiger Jahren weilten auch die Geschwister Erika und Klaus Mann an der Côte d’Azur und verfassten einen persönlichen Reiseführer der anderen Art: „Das Buch von der Riviera“. Dieses Büchlein aus dem Jahre 1931 liest sich auch heute noch sehr spritzig, witzig und lebt von seiner amüsanten Ironie, die nichts an Charme eingebüßt hat. Auch wenn so manches Hotel und Restaurant mittlerweile nicht mehr existiert und die Preise für Mahlzeiten und Hotelzimmer noch in Währungen angegeben werden, die ebenfalls schon Geschichte sind, spürt man immer noch die sonnige, unbeschwerte Urlaubsatmosphäre, welche die beiden dort in Künstlerkreisen, in den Bars, Restaurants und am Strand erlebten.

„Was die Läden angeht, in denen wir das Geld ausgeben, das wir nicht mehr haben wollen, so gibt es hübsche Ledersachen zum Beispiel (…)“

(aus Erika und Klaus Mann, „Das Buch von der Riviera“, S.30)

Ein Buch, das auch heute noch die Chance bietet, sich eine Auszeit vom Alltag und einen literarischen Kurzurlaub mit Sonne und französischem Savoir-Vivre zu gönnen. Raus auf den Liegestuhl, ein schönes Getränk und dieses Buch – voilà, fertig ist der zweistündige Urlaub an der azurblauen Küste!
Eine umfassendere, sehr schöne Besprechung findet man auch bei Birgit Böllinger.

1932 – ein Jahr später als das Buch der Mann’s – erschien der Kriminalroman „Maigret in der Liberty Bar“ von Georges Simenon, in welchem er seinen pfeifenrauchenden Kultkommissar ebenfalls an der Côte d’Azur ermitteln lässt.

Maigret, dem die Hitze zu schaffen macht, der zunächst etwas schläfrig nach der langen Zuganreise und unmotiviert ist, kommt erst dann in die Gänge, als er feststellt, dass der Tote ihm verblüffend ähnlich gesehen hat. In Cannes führen ihn seine Ermittlungen in zwielichtige Kneipen und verruchte Etablissements und er stellt fest, dass es auch im luxuriösesten Urlaubsort Licht und Schatten gibt.

„Überall nur Weiß: riesige weiße Hotels, weiße Geschäfte, weiße Hosen, weiße Kleider, weiße Segel auf dem Meer. Als wäre das Leben ein Märchenspiel im Varieté, mit einem Bühnenbild in Weiß und Blau.“

(aus Georges Simenon „Maigret in der Liberty Bar“, S.37)

Diese Krimilektüre rundete meine literarische Stippvisite an der französischen Mittelmeerküste wunderbar ab. Die gerade mal 186 Seiten lasen sich kurzweilig, schnell und zeigten den großen Maigret einmal von einer anderen Seite.

Auch Simenon hatte ein untrügliches Auge für Milieus und Atmosphäre und verstand es, seine Leser in Urlaubsstimmung zu versetzen. Kein Wunder dass auch Maigret dieses Mal lieber Urlaub gemacht hätte, als diesen Fall zu lösen.

„(…) allmählich begriff er die Côte d’Azur: ein einziger, sechzig Kilometer langer Boulevard, der sich von Cannes bis nach Menton erstreckte, von Villen gesäumt, hier und da ein Casino und ein Luxushotel. Das berühmte blaue Meer, das Gebirge und all die Herrlichkeiten, wie die Prospekte sie verhießen: Orangenbäume, Mimosen, Sonne, Palmen, Pinien, Tennis, Golf, Teesalons und amerikanische Bars.“

(aus Georges Simenon „Maigret in der Liberty Bar“, S.130/131)

Buchinformationen:

Lutz Hachmeister, Hôtel Provençal – Eine Geschichte der Côte d’Azur
C. Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-10432-3

© C.Bertelsmann

Georges Simenon, Maigret in der Liberty Bar
Deutsch von Hansjürgen Wille, Barbara Klau und Mirjam Madlung
Kampa
ISBN: 978 3 311 13017 8

© Kampa Verlag


in meinem Fall eine Ausgabe der Büchergilde:

Erika und Klaus Mann, Das Buch von der Riviera
Büchergilde Gutenberg
ISBN: 9783763271962

© Büchergilde Gutenberg

oder:
Erika und Klaus Mann, Das Buch von der Riviera
Kindler Verlag
ISBN: 978-3-463-40715-9

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerten mich die drei literarischen Reisen an die Côte d’Azur:

Für den Gaumen:
In allen Büchern wird vor allem auch das stilechte Getränk thematisiert: Bei Hachmeister ist es unter anderem ein Vermouth-Cassis, Simenon lässt Maigret an der Côte einen Anis trinken und die Mann’s nahmen gerne einen „after-Dinner-Cognak“.

Zum Weiterschauen:
Bereits im Jahr 2001 war die ARTE-Dokumentation „Hotel Provençal – Aufstieg und Fall der Riviera“ von Lutz Hachmeister für den Grimme-Preis nominiert. Ein Thema, das ihn schon lange begleitet und das er nun auch in seinem Sachbuch verarbeitet hat.

Zum Weiterhören:
Juan-les-Pins ist ebenso berühmt für sein Jazz-Festival und war auch für Musiker stets ein Anziehungspunkt, so erfahren wir, dass Cole Porter („Anything goes“) und Ella Fitzgerald („Cricket Song“) gerne an der Küste weilten.

Zum Weiterlesen:
Gerade Lutz Hachmeister bietet in seinem Buch eine reiche Leseliste im Anhang und verweist immer wieder auf die künstlerischen Querbezüge zu Malerei, Filmen und Literatur. Neben den Mann’s und Georges Simenon stehen unter anderem auch Graham Greene, F. Scott Fitzgerald, Patrick Modiano und Ernest Hemingway auf der Literaturliste. Da gibt es viele Anknüpfungspunkte und Inspirationen zum Weiterlesen. Auf meine Merkliste gewandert ist ein Werk des Literaturnobelpreisträgers Patrick Modiano, das ich bisher noch nicht gelesen habe:

Patrick Modiano, Sonntage im August
Aus dem Französischen von Andrea Spengler
Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-46620-9

Limoncellolaune

Obwohl die Ursprünge des bekannten Zitronenlikörs nicht ganz gewiss sind, ist Capri sicherlich ein heißer Kandidat, um sich die Erfindung des Limoncello auf die Fahnen schreiben zu können. In Luca Ventura’s neuem Krimi „Bittersüße Zitronen“ spielt das Getränk eine zentrale Rolle und so ermitteln Enrico Rizzi und Antonia Cirillo in ihrem zweiten Fall zwischen Zitronenhainen und Abfüllanlagen auf der wunderschönen Insel Capri am Golf von Neapel.

„Der Saftspritzer auf seinem Handrücken schmeckte bitter und gleichzeitig süß und hatte eine Fülle und ein Aroma, in dem der ganze Sommer des Jahres steckte.“

(S.144)

Als auf Capri in einer Gewitternacht eine junge Frau mit der Ape – dem uritalienischen dreirädrigen Transportfahrzeug – von der regennassen Fahrbahn abkommt und bei dem Unfall zu Tode kommt, wird schnell klar, dass es sich nicht um ein tragisches Unglück handelt, sondern dass die Bremsen des Fahrzeugs manipuliert wurden. Doch Elisa Constantini – Erbin eines Zitronenanbaubetriebs, den sie auf Bioanbau und Crowdfarming umstellen möchte – hatte sich die Ape nur geliehen. Galt der Anschlag also gar nicht ihr, sondern der Eigentümerin, der betagten Grande Dame des capresischen Limoncello-Geschäfts, die sich über die Jahre ein wahres Zitronenimperium aufgebaut hat und auf die qualitativ hochwertigen Zitronenlieferungen der Constantinis angewiesen ist?

Enrico Rizzi – der Einheimische und gebürtige Insulaner – beginnt gemeinsam mit seiner strafversetzten, norditalienischen, zupackenden Kollegin Antonia Cirillo zu ermitteln und schnell befinden sie sich in einem wahren Gewirr an Motiven und Verdächtigen. Denn im Laufe der Zeit kommen immer mehr fragwürdige Geschäfts- und Liebesbeziehungen ans Tageslicht.

Während der Lektüre erfährt man einiges über den Zitronenanbau und das für Capri wichtige und einträgliche Geschäft mit Limoncello, Zitronenkuchen, Marmelade und Co. Neben dem Tourismus ein bedeutender Wirtschaftszweig für die Region am Golf von Neapel, den Luca Ventura in den Mittelpunkt seines zweiten Capri-Krimis stellt und somit seiner Leserschaft unter anderem auch viele Aspekte wie den ökologischen Anbau der Zitrusfrüchte, das Konzept des Crowdfarming, die Situation der Erntehelfer und die Herstellung des Limoncello näherbringt.

Zudem kommt auch der Handlungsstrang um das Privatleben der beiden Ermittler nicht zu kurz und so erfährt man, dass sich Enrico Rizzi Sorgen um den zunehmend gebrechlich werdenden Vater macht, der die Gemüsegärten der Familie kaum noch bewirtschaften kann und immer mehr auf die Hilfe seines Sohnes angewiesen ist. Und auch Antonia leidet weiterhin aufgrund der räumlichen Trennung von ihrem Sohn, der beim Vater lebt und dort ohne sie immer erwachsener und unabhängiger wird. Ventura hat mit Rizzi und Cirillo zwei interessante Ermittlerpersönlichkeiten erschaffen, deren Geschichten noch nicht auserzählt sind und sicherlich noch Stoff für weitere Fälle bieten.

Da mir der erste Band der Reihe „Mitten im August“ bereits im letzten Jahr den ersten Lockdown literarisch versüßt und verkürzt hatte, war klar, dass ich jetzt auch den zweiten Fall mit Spannung und dem entsprechenden „Italien-Urlaubs-Fernweh“ freudig erwartet habe – und ich wurde nicht enttäuscht. Ein paar Stunden Abtauchen in einen stimmungsvollen Italien-Krimi mit Sonne, dem Meer, das in verschiedensten Blauschattierungen leuchtet, mediterraner Küche und einem kurzweiligen, klassischen Krimiplot, das ist für mich Entspannung und Balsam für die Seele und das gelingt in „Bittersüße Zitronen“ wirklich perfekt.

„Wo die Sonnenstrahlen hinreichten, leuchtete das Meer, türkisfarbene Flecken in einem tiefen Petrolblau (…)“

(S.38)

Italien-Fans und Freunde von Donna Leon oder Martin Walker werden auch an Luca Ventura ihre Freude haben, denn Enrico Rizzi ist geradezu die italienische, capresische Antwort auf Bruno – er ist verwurzelt, ein Familienmensch, kocht gerne, hilft seinem Vater im Garten, kennt die Insel und die Menschen wie seine Westentasche und muss die Frau fürs Leben erst noch von sich überzeugen.

Viel Lokalkolorit, italienisches Lebensgefühl und kulinarische Inspiration, dazu ein nicht übermäßig brutaler Kriminalfall und zwei lebensnahe, sympathische Ermittlerfiguren – Leserherz, was willst Du mehr?

Ein Buch wie ein entspannender Tag am Meer: sonnendurchflutet, erfrischend, gut gelaunt, kurzweilig und viel zu schnell vorbei.

Buchinformation:
Luca Ventura, Bittersüße Zitronen
Diogenes
ISBN: 978-3-257-30082-6

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich „Bittersüße Zitronen“:

Für den Gaumen:
Natürlich wäre ein Gläschen Limoncello di Capri die perfekte Ergänzung zu dieser Lektüre, um die „bittersüßen Zitronen“ selbst zu schmecken.
Auf meine Merkliste der interessanten und nachkochenswerten Gerichte ist bei der Lektüre aber vor allem auch Cianfotta (teils auch Ciambotta geschrieben) gewandert: ein Sommergemüseeintopf u.a. mit Auberginen und Kartoffeln.

Zum Weiterhören:
Wer aktuell zumindest musikalisch in mediterrane Urlaubsstimmung kommen möchte, dem kann ich das Album „Mare“ von Quadro Nuevo sehr ans Herz legen. Musik, die entspannt, sofort gute Laune zaubert und einen unmittelbar das Wellenrauschen und die Meeresbrise hören und spüren lässt.

Zum Weiterlesen oder besser vorher lesen:
Obwohl man „Bittersüße Zitronen“ auch unabhängig vom ersten Teil lesen kann, kann ich auch den ersten Band der Reihe „Mitten im August“, der letztes Jahr erschienen ist, unbedingt empfehlen – hier lernt man Enrico Rizzi und Antonia Cirillo kennen und schätzen und taucht ab ins tiefblaue Meer um die Insel und die Ozeanologie. Auch hier gilt: Urlaubsstimmung inklusive.

Luca Ventura, Mitten im August
Diogenes
ISBN: 978-3-257-30076-5

Welche Welt wählst Du?

Mit „Cryptos“ setzt Ursula Poznanski ihre erfolgreiche Jugendthriller-Reihe fulminant fort. Es ist für mich schon zu einer liebgewonnenen Tradition geworden, dass ich in meinem August-Urlaub ein hochspannendes Jugendbuch von Ursula Poznanski in Händen halte und dieses dann genüsslich innerhalb kürzester Zeit verschlinge. Oft schon hat sie mir einen spannenden Tag im Strandkorb oder im Liegestuhl beschert und auch dieses Jahr hat sie mich nicht enttäuscht, auch wenn ich den Roman dieses Mal zu Hause ohne Meerblick gelesen habe.

Sollte die Urlaubsreise dieses Jahr Corona zum Opfer gefallen sein – kein Grund traurig zu sein, denn schon die ersten Seiten von „Cryptos“ genügen, um mitten drin in der Geschichte zu sein und sich mit Jana, der jungen und hochbegabten Weltendesignerin auf eine wilde Reise durch Raum und Zeit zu begeben.

Jana ist das vielversprechende Nachwuchstalent bei Mastermind und kreiert für das Unternehmen virtuelle Welten, in die sich die Menschen aus der realen Welt, die mittlerweile aufgrund der Klimakatastrophe, der unerträglichen Hitze, des Wassermangels und der knapp werdenden Nahrung immer unwirtlicher geworden ist, zurückziehen können. Mit Kerrybrook – einer irisch anmutenden saftig-grünen, sanft-hügeligen und gemütlichen Fischerinsel ist ihr ein Hort des Friedens gelungen, der sich mit hohen Besucherzahlen immer größerer Beliebtheit erfreut. Doch plötzlich kommt es in Kerrybrook zu Vorfällen, die sich niemand erklären kann und Jana muss zusehen, wie das Verbrechen in ihre friedliche Welt eindringt. Geschockt macht sie sich auf den Weg, herauszufinden, wie das geschehen konnte und versucht, die Täter zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Eine spannende und dramatische Reise durch die unterschiedlichsten Zeiten und Welten beginnt und die Lage spitzt sich immer mehr zu…

Es ist gar nicht so leicht, eine ausführliche Rezension über „Cryptos“ zu schreiben, weil man ja auch nicht zu viel verraten möchte. Denn das Buch lebt vom sehr gekonnt aufgebauten Spannungsbogen, dem man sich als Leser nicht mehr entziehen kann und will. Poznanski ist aus meiner Sicht wiederum ein großer Wurf gelungen und mich fasziniert, mit welcher Regelmäßigkeit sie es schafft, jährlich einen qualitativ hochwertigen, gelungenen und hoch spannenden Jugendthriller zu schreiben, der immer ein brandaktuelles Thema behandelt, das nicht nur Jugendlichen unter den Nägeln brennt. Dazu hat sie ein Händchen für tolle, einprägsame Figuren und beherrscht es, den Leser durch stimmige Atmosphäre und durchdachte Dramaturgie in den Bann zu ziehen.

An alle Erwachsenen, die sich (immer noch) nicht trauen, zu einem Jugendbuch zu greifen: Für gute Bücher ist man nie zu alt! Ursula Poznanski ist sicherlich eine gute Adresse, um über seinen (falls vorhandenen) Schatten zu springen.

Ist „Cryptos“ eine Dystopie? Befragen wir hierzu mal kurz die Definition laut welcher eine Dystopie „ein zukunftspessimistisches Szenario von einer Gesellschaft, die sich zum Negativen entwickelt“ (Zitat; Quelle: Wikipedia) darstellt. „Häufig wollen die Autoren dystopischer Geschichten mit Hilfe eines pessimistischen Zukunftsbildes auf bedenkliche gesellschaftliche Entwicklungen der Gegenwart aufmerksam machen und vor deren Folgen warnen.“ (Zitat; Quelle: Wikipedia).
Und ja – „Cryptos“ ist eine Dystopie und aus meiner Sicht eine sehr gelungene noch dazu. Denn Ursula Poznanski gibt in diesem Buch der Klimakatastrophe Raum und versucht, den Lesern vor Augen zu führen, wie unsere Welt aussehen könnte, wenn wir nichts unternehmen und ändern. In Form dieser hochspannenden Geschichte, verpackt sie geschickt viele Aspekte des Klimawandels und dessen Folgen und erreicht somit in Form eines Spannungsromans eine große Zielgruppe an jungen aber auch erwachsenen Lesern. Das ist wirklich sehr gut gemacht, ideenreich und fantasievoll und gerade deshalb stockt einem der Atem und man schluckt… denn von vielen der geschilderten negativen Auswirkungen der Klimakatastrophe sind wir nicht mehr weit entfernt, vergeht doch kaum ein Tag, an welchen wir nicht von Buschbränden, Überschwemmungen und Dürresommern in den Nachrichten hören und sehen. Zudem drängt sich leider manchmal auch der Eindruck auf, dass auch in unserer Realität viele Menschen den Tatsachen lieber aus dem Weg gehen und sich in ihre eigenen Welten und „alternative Wahrheiten“ flüchten. Lieber lässt man sich bespaßen, als die Probleme wirklich anzupacken.

Und so stellt Ursula Poznanski die beklemmende Frage, in welcher Welt wir leben wollen, wenn unsere eigene unbewohnbar geworden ist oder wie es der Loewe Verlag auf dem Umschlag formuliert: „Wohin gehen wir, wenn wir nirgendwo mehr hinkönnen?“ (Zitat). Welche Welt wählst Du?

Buchinformation:
Ursula Poznanski, Cryptos
Loewe
ISBN 978-3-7432-0050-0

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Zu welchen weiteren Genüssen hat „Cryptos“ mich inspiriert:

Für den Gaumen:
Zum Kühlen der Gemüter und für ein bisschen Sommerurlaubs-Feeling ein erfrischendes Eis.

Für die Augen bzw. zum Weiterschauen:
Beim Thema Weltendesign fühlte ich mich sofort an den Film „Die Truman Show“ aus dem Jahre 1998 erinnert. Die Jüngeren unter Euch dürften ihn vielleicht noch nicht kennen, aber was das Thema virtuelle Welten anbelangt, ist er wohl immer noch ein Klassiker.

Für weiteren literarischen Genuss:
Solltet Ihr tatsächlich zu den glücklichen Menschen gehören, die noch nicht alle Bücher von Ursula Poznanski gelesen haben und Spaß an Cryptos hatten, dann kann ich ausnahmslos auch die bereits erschienenen Jugendbücher der österreichischen Autorin wärmstens empfehlen. Ich werde hier nicht alle auflisten, aber als kleine Auswahl (aller guten Dinge sind drei):

Ursula Poznanski, Layers
Loewe
ISBN 978-3-7855-8230-5

Ursula Poznanski, Elanus
Loewe
ISBN 978-3-7855-8231-2

Ursula Poznanski, Aquila
Loewe
ISBN 978-3-7855-8613-6

Ein großartiges Buch zum Thema Klimawandel, das sich ermutigend, positiv und unterhaltsam mit unseren Möglichkeiten befasst, unseren Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten und auf das ich sicherlich noch ausführlicher im Blog zurückkommen werde:

Petra Pinzler, Günther Wessel,
Vier fürs Klima – Wie unsere Familie versucht CO2-neutral zu leben
Droemer
ISBN 978-3-426-30273-6