Erinnerungswurlitzer

Es gibt Bücher, die gehen unter die Haut und berühren tief im Inneren: Sibylle Schleicher hat mit „Die Puppenspielerin“ ein solches geschrieben – ein Herzensbuch, ein tieftrauriger und doch hoffnungsvoller Roman über Familienbande und das Abschiednehmen von einem geliebten Menschen. Ein ernstes, schwieriges Thema, das die in Österreich geborene Autorin, die heute in Ulm lebt, ihren Lesern auf sehr behutsame und gefühlvolle Art näher bringt. Ein mutiges Unterfangen, zumal es für die meisten in der Regel bequemer ist, sich nicht freiwillig mit dem Themengebiet des Sterbens und des Todes auseinanderzusetzen.

Sarah und Sophie sind Zwillinge und Zeit ihres Lebens verbindet die Schwestern ein ganz besonderes und inniges Band.

„Mit einem Zwilling an der Seite kann einem nichts passieren, sagt Sarah. Zu zweit war alles halb so schlimm und doppelt so schön.“

(S.16)

Mittlerweile sind beide Anfang Vierzig, haben eigene Familien gegründet und dennoch verbindet sie weiterhin die Leidenschaft des Puppenspiels: Sophie schreibt die Stücke, Sarah baut die passenden Puppen dazu – ein Gemeinschaftsprojekt der Zwillingsschwestern. Sie scheinen unzertrennlich, doch plötzlich schlägt das Schicksal zu und Sarah erkrankt schwer.

Die Familie begleitet sie durch die schwierige Zeit der Unsicherheit, der Untersuchungen, der Suche nach einer Diagnose und der richtigen Therapie – ein Leidensweg beginnt. Sophie versucht, für die Schwester und deren Familie da zu sein, den Neffen und Schwager zu versorgen und Halt zu geben. Die Familie rückt zusammen.

Sibylle Schleicher hat eine sehr intime, ehrliche und eindringliche Geschichte verfasst, die erzählt, was eine lebensbedrohliche Erkrankung eines engen Familienmitglieds auslöst, welche Mechanismen und Verhaltensweisen an den Tag gelegt werden, mit der Situation umzugehen und welche Wucht der Veränderung ein solcher Schicksalsschlag besitzt.

Natürlich sind da Angst, Verzweiflung, Hilflosigkeit und Wut, aber die Autorin zeigt auch, dass eine Familie sich in einer solchen Ausnahmesituation bedingungslos gegenseitig stärken, unterstützen und tragen kann.

Doch erst einmal steht die Welt in der betroffenen Familie still – das Weltgeschehen, die Nachrichten all das hat plötzlich keine Bedeutung mehr. Der Alltag tritt außer Kraft und doch sind es teils auch die alltäglichen Verrichtungen, Handgriffe und Routinen, an die man sich klammert und die ein Gerüst geben sollen.

„Aber manche Momente sind stark genug, dass sie ohne jede Erinnerungsstütze überdauern und für alle Zeit abrufbar sind.“

(S.50)

Besonders berührend finde ich die Szenen, in welchen Schleicher beschreibt, welche Kraft eine gemeinsame Kindheit und schöne Erinnerungen haben können. Wie wichtig und natürlich es ist, sich in Krisensituationen wieder an glückliche Zeiten zu erinnern: Familienfeste, unbeschwerte Sommertage, gelebte Traditionen und Bräuche – all das kann Trost spenden.

„Die alten Geschichten aufwärmen, denke ich. Eigentlich wärmen nicht wir sie auf, sondern sie uns. Sie haben noch so eine Kraft. Lebendige Erinnerungen, egal, wie nah sie an der Wahrheit liegen. Die Kindheit ein Brunnen, der nicht versiegt.“

(S.57)

Die Schönheit der Natur sehen, ein gutes Essen genießen, Musik, kleine Glücksmomente, ein gemeinsames Lachen, beherztes Ansingen gegen Schmerzen und Angst, ein Rückbesinnen auf Traditionen und Glauben – die Autorin hat meisterhaft zusammengestellt, wie Menschen sich einer schwierigen Situation stellen. Das Auf und Ab zwischen Hoffen und Bangen ist so authentisch geschildert, dass man bei der Lektüre Seite für Seite und Zeile für Zeile mitleidet – ein zutiefst empathisches Buch.

„Dann greifen Bilder aus der Vergangenheit nach mir, wie der Greifarm vom Wurlitzer nach einer Platte fasst und sie auflegt.“

(S.209)

Die Autorin findet wunderbare und einfühlsame Worte in einer Sprache, welche dem ernsten Thema stets gerecht wird. Schön auch, dass an der einen oder anderen Stelle die österreichischen Wurzeln der Autorin sprachlich anklingen – das machte die Lektüre für mich noch authentischer. Und auch das gelungene Umschlagbild spielt sowohl auf die steirische Bergwelt als auch durch die gespiegelte, gedoppelte Darstellung auf die Zwillinge als Besonderheit an.

„In der Erinnerung war alles schön, und wenn wir unsere Geschichten weitererzählen, müssen sie immer irgendwann lustig werden. Man erinnert sich das so hin, wie man es am liebsten gehabt hätte, aber es war oft ganz anders.“

(S.210)

„Die Puppenspielerin“ ist sicherlich ein Buch, das für manche außerhalb der Komfortzone liegen mag, aber es ist auch ein Roman, der bewusst wieder einmal vor Augen führt, wie kostbar und schön das Leben ist. Ein mutiges, gefühlvolles und zärtliches Buch über die Macht der Familie und der Erinnerung – aber auch über Abschied, Trauer und Weiterleben. Eine emotionale und lohnende Lektüre, die den Blick aufs Wesentliche schärft.

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Kroener Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat und bei Frau Birgit Böllinger, die mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Auf meine Meinung und Rezension des Buches hatte dies keinen Einfluss.

Beim Klick auf den Titel gibt es nähere Informationen zum Buch auf der Seite des Verlags.

Buchinformation:
Sibylle Schleicher, Die Puppenspielerin
Kroener
ISBN: 978-3-520-75601-5

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich Sibylle Schleicher’s „Die Puppenspielerin“:

Für den Gaumen:
Es gibt Gerichte, welche in schweren Zeiten gut tun, Trost spenden und sprichwörtlich Leib und Seele zusammenhalten: Im Roman sind dies zum Beispiel Lasagne oder ein Süßkartoffelauflauf.

Zum Weiterhören:
Die Zwillingsschwestern tauschen musikalische Empfehlungen aus und geben sich gegenseitig Höraufgaben, was sich die andere Schwester jeweils anhören sollte – eine schöne Idee, wie ich finde.

„Die Reformations-Sinfonie von Mendelssohn. Eine Empfehlung von Sarah. Sie hört im Gegenzug die Walzer von Schostakowitsch.“

(S.28)

Zum Weiterschauen:
Ein Gemälde, das im Buch Erwähnung findet und auch einen wesentlichen Aspekt des Romans widerspiegelt ist „Der Tod im Krankenzimmer“ des norwegischen Malers Edvard Munch, das sich im Besitz des Munch Museums in Oslo befindet.

Zum Weiterlesen:
Im vergangenen Jahr habe ich Thomas Hettche’s Roman „Herzfaden“ hier auf der Kulturbowle vorgestellt – im Zentrum steht die Augsburger Puppenkiste, die wohl zu den bekanntesten Puppentheatern im deutschsprachigen Raum zählt. Ebenso ein eindrucksvolles Buch über die Kraft des Theaters, die Kreativität und eine Familie, die in schweren Zeiten zusammenhält.

Thomas Hettche, Herzfaden
Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-05256-5

Schwebende Schwere

Britta Röder hat mit ihrem dritten Roman „Das Gewicht aller Dinge“ ein Buch geschrieben, das berührt, ein Loblied auf Mitmenschlichkeit und Liebe singt und dem Leser während der Lektüre einige Rätsel aufgibt, die es zu entschlüsseln gilt.

Der Roman beginnt mit einem Paukenschlag – ein Paar verbringt einen wunderbaren, geradezu perfekten Urlaubstag in Siena und dem toskanischen Umland und kommt auf der nächtlichen Rückfahrt ins Hotel von der Straße ab. Der Aufprall endet für die Fahrerin des Wagens tödlich, während der Beifahrer nahezu unverletzt überlebt. Rolf wird sich lange nicht von diesem tragischen Schicksalsschlag und dem Verlust seiner Frau erholen.

Szenenwechsel – in Frankfurt erwacht eine junge Frau barfuß nur in ein leichtes Kleid gehüllt morgens auf einer Parkbank. Sie weiß nicht, wie sie heißt, woher sie kommt und wie sie auf diese Bank gekommen ist. Hat sie ihr Gedächtnis verloren?

Schon bald bekommt sie Hilfe angeboten, ein Dach über dem Kopf, etwas anzuziehen, zu essen und auch schnell einen Job in einer Putzkolonne vermittelt.

„Ihr Selbstmitleid verwandelte sich in Mitleid für das fremde Mädchen. Plötzlich war da ein Sinn, nach dem sie greifen konnte.“

(S.17)

Denn irgendwas sehen die Mitmenschen, die ihr begegnen in ihr, sie berührt sie tief im Inneren, sie erinnert sie an Familienmitglieder, Freunde, Bekannte. Sie ist eine gute Zuhörerin und selbst verschlossene Charaktere beginnen, sich ihr gegenüber zu öffnen, sie vertrauen ihr und schütten der mysteriösen Unbekannten ihr Herz aus. Doch es bleiben auch immer gewisse Zweifel. Wer ist diese Frau ohne Vergangenheit und ohne Erinnerungen? Und warum ist sie ein solches Sprachentalent? Sie spricht so viele Sprachen fließend, dass es schon fast unheimlich wird.

Dennoch holt sie so manchen aus seinem Schneckenhaus und erfährt von den teils tragischen Lebensgeschichten der Menschen, die ihr begegnen. Da ist Charlotte, die alte Dame, bei der sie als Zugehfrau arbeitet und die jede Woche sehnsüchtig darauf wartet, ihr weiter von ihrer großen, geheimen Liebe während des Zweiten Weltkriegs zu erzählen. Sie befreundet sich mit Anne, einer jungen Frau, die ihr ebenfalls ihr Vertrauen schenkt und sie trifft auf Rolf, den intelligenten, tieftraurigen Mann, der seine große Liebe bei einem schrecklichen Autounfall verloren hat. Nach und nach weckt sie in ihm neuen Lebensmut.

„Jemandem etwas Gutes tun, tat gut. Obwohl ihm diese Erkenntnis nicht neu war, verblüffte sie ihn dennoch. Denn er hatte sie völlig vergessen.“

(S.46)

Der Auftakt des Buches ist schmerzhaft, tragisch und derart intensiv, dass man sofort tief getroffen ist. Mit einem Kloß im Hals liest man weiter und ist gespannt, was da jetzt kommen wird. Britta Röder hat eine verschlungene, sinnliche und äußerst gefühlvolle Geschichte erzählt, welche wahrlich große Themen wie Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit, Vertrauen, aber auch Tod, Trauer und Verlust in den Mittelpunkt stellt. Große Gefühle auf engstem Raum, die oft auch Luft für Interpretation lassen – vieles steht zwischen den Zeilen und erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Um dem Buch den Zauber nicht zu nehmen, möchte ich daher inhaltlich auch nicht zu viel preisgeben. Die knapp 200 Seiten lesen sich schnell und haben etwas Schwebendes, manchmal schwer zu Greifendes und Rätselhaftes.

Bis zum wahrlich verblüffenden Ende – das natürlich nicht verraten wird – begleitet der Leser die junge Frau auf ihrem Weg in die Gesellschaft und auf der Suche nach sich selbst und ihrer Vergangenheit – eine Geschichte voller Fragen, auf die man gemeinsam mit ihr Antworten sucht.

Wer auf knallharte Daten, Fakten und Realismus steht und sich nicht gerne auf eine fantasievolle Erzählung einlässt, wird hier nicht glücklich werden, aber andere halten ein kleines Buch in Händen, das vor allem auch davon erzählt, was wirklich wichtig ist im Leben.

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Grössenwahn Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Auf meine Meinung und Rezension des Buches hatte dies keinen Einfluss.

Beim Klick auf den Titel gibt es nähere Informationen zum Buch auf der Seite des Verlags.

Buchinformation:
Britta Röder, Das Gewicht aller Dinge
Grössenwahn Verlag
ISBN: 978-3-957712-87-5

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich „Das Gewicht aller Dinge“:

Für den Gaumen:
Gleich zu Beginn des Romans speist ein glückliches Paar in einer italienischen Trattoria in der Nähe von Siena. Es gibt Oliven, Käse und frisches Brot (…) verschiedene Pasta-Gerichte, Fleisch und Gebäck, bis ihre Sinne völlig erschöpft sind.“ (S.3) Na, wenn man da nicht sofort Appetit bekommt auf ein italienisches Schlemmerabendessen.

Zum Weiterhören oder für den nächsten Opernbesuch:
Im Roman spielt ein Opernbesuch eine entscheidende Rolle, welcher der Geschichte eine neue Wendung gibt – auf dem Spielplan steht die wunderbare Oper „L’elisir d’amore“ von Gaetano Donizetti.

Zum Weiterlesen:
Im Roman wird Joachim Ringelnatz zitiert (das Gedicht „Kniehang“, das mit der Zeile „Ich wollte, ich wär eine Fledermaus“ beginnt) – vielleicht eine gute Gelegenheit, sich wieder einmal ein paar seiner Gedichte zu Gemüte zu führen.

Joachim Ringelnatz, Sämtliche Gedichte
Herausgegeben von Walter Pape
Diogenes
ISBN: 3257234678

Mahlers letzte Reise

Ich bin immer noch überwältigt von der Lektüre des neuen Romans von Robert Seethaler „Der letzte Satz“ und suche nach den richtigen Worten, die diesem berührenden, außergewöhnlichen und intensiven Buch gerecht werden.

Seethaler begleitet Gustav Mahler auf dem Deck eines Ozeandampfers auf seiner letzten Überfahrt von Amerika nach Europa – der Komponist fährt nach Hause, um zu sterben. Er weiß um sein nahes Ende und er lässt in Gedanken bezeichnende Szenen und Momentaufnahmen seines Lebens Revue passieren. Einsam an Deck mit Blick auf das Meer, die Gischt und die Wolken, hängt der große Musiker und Dirigent seinen Gedanken nach und nur ein rühriger und aufgeweckter Schiffsjunge schaut von Zeit zu Zeit vorbei, um sich um den berühmten Passagier zu kümmern.

Seethaler zeigt Gustav Mahler in atmosphärischen, liebevoll beschriebenen kleinen Miniaturen von seinen unterschiedlichsten Seiten: den naturverbundenen Künstler, den trauernden Vater, den leidenden Liebenden, den eifersüchtigen Betrogenen, den besessenen Workaholic, den wütenden und schmerzgeplagten Sterbenden. Der österreichische Autor versteht in kurzen, klaren Sätzen mit einer unfassbaren Intensität ausdrucksstarke Facetten und den Charakter Mahlers vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen.

Man leidet mit diesem todkranken Mann, der in seinem Leben so viel erlebt und erreicht hat und doch noch nicht bereit ist, diese Welt zurückzulassen. Der Künstler und Komponist, der am liebsten ungestört und abgeschieden in seinem Komponierhäuschen in der Natur oft wie besessen an seinen Werken arbeitete und die Welt um sich vergaß. Der das Komponieren in stiller Abgeschiedenheit dem Dirigieren im Opernhaus mit allem Glamour und alle Querelen vorzog und des Wiener Klatsches und Tratsches leid war.

Der liebende Ehemann, dessen Liebe zu seiner schillernden und exzentrischen Frau Alma ungebrochen, am Ende doch aber einseitig und nicht mehr erwidert wurde. Die deutlich jüngere, schöne Frau, die er über alles liebte, die ihn aber durch Affären in rasende Eifersucht und tiefe Verzweiflung stürzte. So schafft Mahler es nicht einmal, den Namen seines Rivalen um Almas Gunst auszusprechen und nennt ihn nur abwertend den „Baumeister“ – gemeint ist kein Geringerer als Walter Gropius, Architekt und Gründer des Bauhauses.

Und da ist Mahler der liebevolle und tief trauernde Vater, der den Verlust seiner ersten Tochter nicht überwinden kann und sich nach der Nähe seiner Kinder und einem heilen Familienleben sehnt.

Seethaler zeichnet einen Menschen, der zerrissen ist von Selbstzweifeln und den Anstrengungen seines Lebens als Künstler und als Liebender. Dem der kraftraubende Schaffensprozess und das Leben alles abverlangt – geplagt von Trauer und Schmerz am Ende seines Lebens.

Fasziniert hat mich die große Gabe, mit welcher Seethaler sprachlich meisterhaft Atmosphäre erzeugt: man riecht, schmeckt und hört geradezu das Meer und taucht ein in eine sinnliche, intensive und aufs Wesentliche konzentrierte Sprache, wie man sie nur selten zu lesen bekommt. Es gibt Sätze, die man sich auf der Zunge zergehen lassen und am liebsten gleich mehrfach und immer wieder lesen möchte, um sie auszukosten und ganz zu verinnerlichen.

Ein Buch wie ein Rausch, das einen Sog entwickelt, der nicht mehr loslässt. Am besten hat man einen Nachmittag Zeit, um sich ganz darin versenken zu können und es in einem Rutsch zu lesen. Ein Buch, das man sehr gut im Strandkorb mit Blick aufs Meer bei Wellenrauschen genießen und seinen Gedanken freien Lauf lassen kann. Aber auch jeder andere ruhige, zurückgezogene Ort ist geeignet – der Liegestuhl auf dem Balkon oder der Lesesessel im Wohnzimmer – Hauptsache man hat Zeit und Muße, sich ganz dem Buch widmen und darin vertiefen zu können.

Ein melancholisches, nachdenkliches und leises Buch, das mich tief bewegt hat und lange nachklingen wird – oder wie Seethaler selbst auf Seite 33 schreibt: „Man schlägt einen Ton an, und der schwingt dann weiter im Raum. Und trägt doch schon das Ende in sich.“ (Zitat)

Buchinformation:
Robert Seethaler, Der letzte Satz
Hanser Berlin
ISBN: 978-3-446-26788-6

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Wozu hat mich das Buch inspiriert, woran erinnert und wie lässt sich der Genuss vertiefen:

Für den Gaumen: Eine Tasse weißer Tee und ein Sommerapfel
(wer das Buch liest, weiß warum)

Für die Ohren:
Für mich passen hierzu Gustav Mahlers „Rückert-Lieder“, z.B. in der wundervollen Aufnahme mit dem Bass Günther Groissböck und Gerold Huber am Klavier auf dem Album „Herztod“ (erschienen bei Decca / Universal Music, 2018)

Für die Augen und den Geist:
Das Komponistenquartier in Hamburg hat dem Komponisten ein eigenes Museum mit sehenswerter, kleiner, aber feiner Ausstellung in schönen Räumlichkeiten gewidmet – für Musikliebhaber lohnt sich ein Besuch.

Für weiteren literarischen Genuss:
Von Robert Seethaler stehen bei mir schon im Regal und sind ebenfalls sehr zu empfehlen, wenn man schöne Sprache und tiefgründige Literatur liebt:

  • Robert Seethaler „Der Trafikant“;
    Kein & Aber, ISBN: 978-3-0369-5909-2
    (Dieser Roman war mein Einstieg in Seethalers Werk und hat mein Leserherz im Sturm erobert.)
  • Robert Seethaler „Ein ganzes Leben“;
    Hanser Berlin, ISBN 978-3-446-24645-4
    (Ein herzerwärmendes, literarisches Kleinod über ein einfaches Leben in einem abgeschiedenen Alpendorf.)

Wer mehr über das aufregende Leben und die Lieben der Alma Mahler-Werfel erfahren will, liegt mit folgender, sehr gut lesbarer Biografie goldrichtig:

  • Oliver Hilmes „Witwe im Wahn“;
    btb Verlag, ISBN: 978-3-442-73411-5