Italienische Sommerglücksgefühle

Vorfreude auf den Sommer und eine große, nie zu stillende Italiensehnsucht – kaum eine Lektüre kann diese beiden Gefühle wohl so intensiv befeuern wie Axel Hacke’s wunderbares neues Buch „Ein Haus für viele Sommer“. Ein lichtdurchflutetes, freundliches und beseelendes Buch, das einen am liebsten sofort die Koffer packen und nach Italien aufbrechen lassen möchte.

Axel Hacke fährt seit über dreißig Jahren mit seiner Familie meist mehrmals im Jahr auf die Insel Elba in ein Ferienhaus, das er liebevoll den „Torre“ nennt und das sich im Familienbesitz befindet. Statt weite Fernreisen zu unternehmen und die entlegensten Winkel der Welt zu entdecken, zieht es ihn jeden Sommer immer wieder dorthin – an den immer gleichen Ort „in das immer gleiche Dorf und das immer gleiche Haus“ (S.33). Warum?

„Nirgendwo anders habe ich so ein deutliches Gefühl für das Verstreichen der Zeit gehabt wie hier im Dorf oder oben auf dem Ripidello, dem Hügel einige Kilometer außerhalb des Dorfes, wo du auf einer uralten Mauer sitzen kannst und zusiehst, wie ein Wind die Olivenblätter leise bewegt und wie die Zeit zusammen mit dem Wind durch die Bäume streicht und dabei langsam verstreicht.“

(S.8/9)

In zahlreichen Kapiteln, Geschichten und Anekdoten erzählt Hacke, was die Magie für ihre ausmacht: die Landschaft, das Meer, das Essen, das Wetter, die Ruhe … aber vor allem und am allermeisten die Menschen.
Sie sind das Herzstück seiner Episoden: und so dürfen wir seine italienischen Freunde, ob Barbesitzer, Handwerker, Automechaniker, Rettungsschwimmer, Maler, Dichter, Lebenskünstler und Philosophen kennenlernen.
Aber wir treffen auch auf Dante’s Ziegen, die einen unersättlichen Appetit haben, auf wasserdurchlässiges Mauerwerk im Torre, das schwer abzudichten ist, erfahren einiges über die Mysterien bzw. die höhere Wissenschaft der italienischen Müllentsorgung und einen alten Cinquecento, der sich als wahre Diva entpuppt.

Zudem hat wohl noch kaum jemand die Magie der Olivenernte und das Pressen des Öls mit solcher Begeisterung und Faszination beschrieben, wie Axel Hacke das in diesem Buch getan hat. Der Stolz auf das erste Öl aus Oliven – von den eigenen Bäumen und von Hand geerntet – sprüht aus jeder Zeile und leuchtet einem entgegen wie das „grüngelbgoldene“ Lebenselixier aus den sorgfältig abgefüllten Flaschen, die als wertvoller Schatz mit nach Deutschland gebracht werden.

Es ist ein Buch über ein Lebensgefühl und über eine lebenslange Liebe, aber zwischen den Zeilen auch über Werte, Haltung und darüber was wirklich wichtig ist im Leben. Themen, die den Autor auch schon in anderen Werken wie „Wozu wir da sind“ oder gemeinsam mit Giovanni di Lorenzo in „Wofür stehst Du? Was in unserem Leben wichtig ist“ beschäftigt haben.

Axel Hacke ist ein grandioser Geschichtenerzähler, der mit unverwechselbarem Charme, warmherzigem Humor und einer ganz großen Liebe zu den Menschen und zum Leben, Momente und Anekdoten zu Papier bringt, die mitten aus dem Leben gegriffen sind. Er verbindet tiefgründige, philosophische Gedanken mit einem selbstironischen, pointierten und intelligenten Witz, der große Freude macht und zum Schmunzeln, Lächeln und Lachen bringt.

Die Lektüre ist gleichsam eine Liebe auf den ersten Blick. Die ersten Sätze, die ersten Absätze, die ersten Seiten – und schon ist man der Erzählkunst Hacke’s und dem italienischen Zauber verfallen. Man möchte sich sofort ins Auto setzen, genau wie er in dieses Dorf auf dieser Insel fahren und die Menschen kennenlernen. Mit ihnen in der Bar sitzen, einen Espresso oder ein Glas Wein trinken, sich die Sonne auf die Nase scheinen lassen und das Leben genießen.

„Heute ist ein Tag, an dem ich nichts tun will. Gar nichts. Ich stelle mir einen Stuhl vor den Torre, direkt neben den Eingang, wo es heute früh noch schattig ist. Und tue nichts.“

(S.145)

Und frei nach Albert Camus denke ich: Wir können uns Axel Hacke als glücklichen Menschen vorstellen. Mögen ihm daher also noch viele Sommer auf Elba in seinem Refugium beschieden sein und er uns weiterhin mit solch wunderbaren Büchern beglücken.

„Wir sitzen da und haben uns ausgelegt und lassen das Leben anbeißen.“

(S.153)

Wer sich nach Italien träumen möchte, eine Prise Glück im Leben gebrauchen kann und sich selbst etwas Gutes tun möchte, der sollte genau dieses Buch zur Hand nehmen, es lesen, genießen und die Zeit verstreichen lassen. Ein Buch das Licht, Helligkeit und Leichtigkeit schenkt, die italophile Seele zum Singen und Tanzen bringt und das man mehrfach und immer wieder lesen kann. Die wunderbare, hochwertige Aufmachung in strahlend azurblauem Leinen tut ein Übriges und bringt die Augen bibliophiler Menschen zum Leuchten.

Für mich sicherlich eines der absoluten Leseglanzlichter in diesem schicksalsschweren Jahr 2022, das mich wirklich restlos begeistert und glücklich gemacht hat.

Auch Elke Heidenreich hat das Buch von ganzem Herzen empfohlen, wie man in diesem knapp 5-minütigen WDR-Podcast nachhören kann.

Buchinformation:
Axel Hacke, Ein Haus für viele Sommer
Verlag Antje Kunstmann
ISBN: 978-3-95614-483-7

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich Axel Hacke’s „Ein Haus für viele Sommer“:

Für den Gaumen:
Was wären die Urlaube in Italien ohne kulinarische Köstlichkeiten? So schlägt ein italienischer Freund des Autors als Abendessen zum Beispiel „Spaghetti alla bottarga“ vor – Pasta mit Meeräschenrogen – ein Gericht, das ich persönlich noch nicht probiert habe. Oder doch lieber einen Branzino (Wolfsbarsch) vom Grill?

Zum Weiterhören (I):
Seit ich blogge und mir bewusst die musikalischen Querbezüge und Inspirationen meiner Lektüren notiere, bemerke ich, wie häufig in Italien-Büchern der Sänger Fabrizio De André auftaucht. Erst vor kurzem bei Gesuino Némus’ Sardinien-Krimi „Süße Versuchung“ war er mir wieder untergekommen und jetzt also auch bei Axel Hacke: Er erwähnt und zitiert ein berühmtes Stück von ihm namens „Le nuvole“ – die Wolken.

Zum Weiterhören (II):
Wer gerne aus dem Munde des Autors selbst mehr über seine Beziehung zum Sommerhaus auf Elba, zu Italien und darüber hinaus erfahren möchte, was für Axel Hacke ein gelungenes Wochenende ausmacht, dem kann ich die Folge des ZEIT-Podcast „Was machst du am Wochenende“ sehr empfehlen, bei der er zu Gast war – eine kurzweilige, gutgelaunte Stunde gepflegte Unterhaltung, die auch Lust auf dieses Buch macht.

Zum Weiterlesen:
Axel Hacke gibt auch Anregungen auf weiterführende italienische Lektüre, so ist er ein bekennender Fan der Montalbano-Krimis des großen Andrea Camilleri, nimmt Bezug auf Giovannino Guareschi und seine berühmten Geschichten um „Don Camillo und Peppone“ und er weckte meine Neugier auf einen weiteren Roman, der sich mit dem Schicksal eines sardischen Jungen beschäftigt: Gavino Ledda’s Roman „Padre Padrone“.

„Und ich, der ich solche Armut nur aus Büchern kenne, erzähle, dass ich gerade Padre Padrone von Gavino Ledda gelesen habe. Auch die Verfilmung durch die Gebrüder Taviani habe ich gesehen. Die Geschichte eines Jungen, der kaum dass er ein paar Tage in der Schule gewesen ist – vom Vater dort abgeholt wird, weil der ihn als Ziegenhirte braucht, und weil der Alte das, was der Junge in dieser Schule lernt, als nutzloses Zeug verachtet.“

(S.263)

Gavino Ledda, Padre Padrone
Aus dem Italienischen von Heinz Riedt
dtv
ISBN: 978-3-423-13121-6

Rügen-Lektüre

Wer sich der Insel Rügen literarisch zuwenden möchte, der kommt an Hans Fallada’s Klassiker „Wir hatten mal ein Kind“ kaum vorbei. Der Roman aus dem Jahr 1934 über den eigenwilligen Bauernsohn Johannes Gäntschow – welcher in Hans Fallada’s Zeit in Carwitz (Mecklenburg-Vorpommern) entstand – erzählt die wechselvolle Geschichte einer Bauernfamilie auf Rügen, der Beziehung zwischen Johannes und seiner adeligen Jugendfreundin sowie ersten großen Liebe Christiane.

Die Familie Gäntschow, welche seit Generationen Landwirtschaft auf der Insel Rügen betreibt, hat seit langem den Ruf, eigenwillig und schwierig zu sein. Auch der jüngste Spross Johannes – dessen zahlreiche Geschwister entweder früh sterben oder später im Leben scheitern und ihn so in die Rolle des Hoferben drängen – ist ein Dickkopf und Eigenbrötler.

Johannes lernt bereits als Junge bei den Schulstunden, die er beim Geistlichen des Ortes erhält, die junge Adelige Christiane kennen. Lange Zeit sind sie unzertrennlich, wachsen gemeinsam auf und überbrücken die unübersehbaren Klassen- und Standesunterschiede, die immer wieder deutlich spürbar werden. Sie werden Freunde und beide werden die Jugendliebe nicht vergessen.
Doch ein schicksalshaftes Erlebnis treibt die beiden auseinander, führt zur Trennung und sie verlieren sich für einige Jahre aus den Augen. Schulzeit, Lehr- und Wanderjahre: Hannes wird erwachsen und heiratet Elise – eine Lehrerin, die ihren Beruf für ihn aufgibt. Doch die Ehe wird nicht glücklich.

„Es ist eine seltsame Sache mit den Gerüchten, den Klatschereien, die über uns umlaufen. Sie mögen uns empören, wir können über sie lachen – sie beeinflussen uns doch. Gerüchte sind Rauch und Dunst, ein Qualm, es riecht nach etwas.“

(S.470)

Und plötzlich taucht auch Christiane wieder in seinem Leben auf, doch auch sie ist mittlerweile verheiratet und schon bald entspinnt sich ein kompliziertes und verhängnisvolles Dreiecksverhältnis.

Ich brauchte eine gewisse Zeit, um mich in den 600 Seiten starken Roman, hineinzufinden. Fallada beschreibt eindrucksvoll das schwierige und raue Leben der Bauernfamilie, das geprägt ist von harter Arbeit, den Jahreszeiten, der Witterung, Verlust und häufigen Schicksalsschlägen.

„Man kann im August sich ohne Schwierigkeiten einbilden, daß der Dezember noch unendlich weit ab wäre. Auch im September braucht man nicht an das Weihnachtsfest zu denken. Man hat ja auch nichts vorzubereiten, man hat nur abzuwarten. Im Oktober mit seinem Fall der letzten Blätter, mit seinen Stürmen und den früher und trüber werdenden Abenden, muß man sich mit dem Gedanken an den Winter schon eher vertraut machen. Der November bringt den ersten Schnee, der zwar gleich wieder zergeht, aber nun gut, jetzt ist es bald Weihnachten.“

(S.561/562)

Stilistisch und sprachlich liest sich dieser Roman Fallada’s sehr flüssig und er besticht durch seine feinen Charakterzeichnungen und Milieustudien. Man fröstelt, wenn er den Winter und die eisige Atmosphäre der Dorfbewohner und Arbeiter beschreibt. Doch dieser Johannes Gäntschow war für mich kein sympathischer Charakter. Ich wurde mit dieser Hauptfigur, die sich und seinem Glück ständig selbst im Weg steht, nicht warm. Sein Eigensinn, seine Einstellung und Haltung gegenüber Frauen – es gab einige Aspekte, die mich während der Lektüre auf Distanz hielten.

„Ich fürchte, du überschätzt die Liebe der Menschen für dich, Hannes, sagt Christiane kühl.“

(S.491)

Das Rügen in „Wir hatten mal ein Kind“ ist nicht die Sonneninsel und das Urlaubsparadies von heute. Das ist eine völlig andere Zeit und eine andere Gesellschaft, die hier geschildert wird. Das sind nicht die berühmten, romantischen Kreidefelsen im magischen Licht des Caspar David Friedrich, sondern es sind die zu bestellenden Felder und einfachen Fischerdörfer. Es ist das Leben in und mit der Natur, das Milieu der Bauern- und Gutshöfe, geprägt von Traditionen und hierarchischen Strukturen, das der Autor mit spitzer Feder herausarbeitet. Und das war Fallada’s große Stärke.

„Aber es ist so eine komische Art von Glück, aus lauter Splittern. Vielleicht gibt es keine andern Glücksmöglichkeiten als diese. Immer nur auf der mittleren Linie, mit Einschränkungen und Kompromissen.“

(S.493)

Wenn man sich für Rügen, Land und Leute, Zeitgeschichte und das literarische Werk Hans Fallada’s interessiert, ist die Lektüre definitiv lohnenswert, erforderte jedoch bei mir auch stellenweise etwas Geduld und Durchhaltevermögen, was angesichts der Seitenzahl aber auch nichts Ungewöhnliches ist.

Hans Fallada (1893 – 1947), der vor allem durch seinen großen Erfolg „Kleiner Mann – was nun?“ aus dem Jahre 1932 bekannt wurde, widmete sich in seinen Werken häufig gesellschaftskritischen Themen, während der Zeit des Nationalsozialismus passte er sich jedoch an und wich auf leichtere Unterhaltungsliteratur aus. Er verstarb bereits im Alter von nur 53 Jahren im Februar 1947 in Berlin an den Folgen seiner Morphiumabhängigkeit.

Buchinformation:
Hans Fallada, Wir hatten mal ein Kind
atb
ISBN: 978-3746627885

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich Hans Fallada’s „Wir hatten mal ein Kind“:

Für den Gaumen:
In der Winterzeit werden im Roman Toddies getrunken – vielleicht ist ein Hot Toddy, d.h. laut Wikipedia ein „dem Grog ähnliches Getränk aus hochprozentigem Alkohol, Zucker und Wasser“ ja auch etwas zum Aufwärmen nach dem nächsten Herbstspaziergang. Mehr über das Getränk und ein Rezept findet man bei der Süddeutschen Zeitung oder auf Sonja’s Blog „Die Foodalchemistin“.

Zum Weiterlesen (I):
Meine erste Begegnung mit Hans Fallada war vor einigen Jahren der Roman „Jeder stirbt für sich allein“, der mich nachhaltig beeindruckt hat und mich persönlich mehr berührt und angesprochen hat als „Wir hatten mal ein Kind“. Seinen letzten Roman aus dem Jahr 1947, der den Widerstand gegen den Nationalsozialismus eines Berliner Ehepaars thematisiert, das Flugblätter in Treppenhäusern auslegt, kann ich sehr empfehlen.

Hans Fallada, Jeder stirbt für sich allein
Aufbau Verlag
ISBN: 978-3351033491

Zum Weiterlesen (II):
Eine leichtfüßigere, humorvollere Rügen-Lektüre ist sicherlich Elizabeth von Arnim’s Reisebericht aus dem Jahre 1904 „Elizabeth auf Rügen“, der sich auch in der heutigen Zeit noch sehr amüsant und unterhaltsam lesen lässt.

Elizabeth von Arnim, Elizabeth auf Rügen
Aus dem Englischen von Anna Marie von Welck
List Taschenbuch
ISBN: 978-3548602479

„(…) zum Schwarzen See, und wenn er dort angelangt ist, setze er sich still nieder, nehme den Gedichtband heraus, den er gewiß in seiner Tasche hat, und preise Gott, der jenen lieblichen kleinen Teich droben auf dem Hügel geschaffen hat – der drum herum einen Gürtel von Wald gezogen und die schilfigen Buchten mit Wasserlilien angefüllt und der ihm Augen geschenkt hat, diese Schönheit zu sehen.“

(aus Elizabeth von Arnim „Elizabeth auf Rügen“, S.140)

Limoncellolaune

Obwohl die Ursprünge des bekannten Zitronenlikörs nicht ganz gewiss sind, ist Capri sicherlich ein heißer Kandidat, um sich die Erfindung des Limoncello auf die Fahnen schreiben zu können. In Luca Ventura’s neuem Krimi „Bittersüße Zitronen“ spielt das Getränk eine zentrale Rolle und so ermitteln Enrico Rizzi und Antonia Cirillo in ihrem zweiten Fall zwischen Zitronenhainen und Abfüllanlagen auf der wunderschönen Insel Capri am Golf von Neapel.

„Der Saftspritzer auf seinem Handrücken schmeckte bitter und gleichzeitig süß und hatte eine Fülle und ein Aroma, in dem der ganze Sommer des Jahres steckte.“

(S.144)

Als auf Capri in einer Gewitternacht eine junge Frau mit der Ape – dem uritalienischen dreirädrigen Transportfahrzeug – von der regennassen Fahrbahn abkommt und bei dem Unfall zu Tode kommt, wird schnell klar, dass es sich nicht um ein tragisches Unglück handelt, sondern dass die Bremsen des Fahrzeugs manipuliert wurden. Doch Elisa Constantini – Erbin eines Zitronenanbaubetriebs, den sie auf Bioanbau und Crowdfarming umstellen möchte – hatte sich die Ape nur geliehen. Galt der Anschlag also gar nicht ihr, sondern der Eigentümerin, der betagten Grande Dame des capresischen Limoncello-Geschäfts, die sich über die Jahre ein wahres Zitronenimperium aufgebaut hat und auf die qualitativ hochwertigen Zitronenlieferungen der Constantinis angewiesen ist?

Enrico Rizzi – der Einheimische und gebürtige Insulaner – beginnt gemeinsam mit seiner strafversetzten, norditalienischen, zupackenden Kollegin Antonia Cirillo zu ermitteln und schnell befinden sie sich in einem wahren Gewirr an Motiven und Verdächtigen. Denn im Laufe der Zeit kommen immer mehr fragwürdige Geschäfts- und Liebesbeziehungen ans Tageslicht.

Während der Lektüre erfährt man einiges über den Zitronenanbau und das für Capri wichtige und einträgliche Geschäft mit Limoncello, Zitronenkuchen, Marmelade und Co. Neben dem Tourismus ein bedeutender Wirtschaftszweig für die Region am Golf von Neapel, den Luca Ventura in den Mittelpunkt seines zweiten Capri-Krimis stellt und somit seiner Leserschaft unter anderem auch viele Aspekte wie den ökologischen Anbau der Zitrusfrüchte, das Konzept des Crowdfarming, die Situation der Erntehelfer und die Herstellung des Limoncello näherbringt.

Zudem kommt auch der Handlungsstrang um das Privatleben der beiden Ermittler nicht zu kurz und so erfährt man, dass sich Enrico Rizzi Sorgen um den zunehmend gebrechlich werdenden Vater macht, der die Gemüsegärten der Familie kaum noch bewirtschaften kann und immer mehr auf die Hilfe seines Sohnes angewiesen ist. Und auch Antonia leidet weiterhin aufgrund der räumlichen Trennung von ihrem Sohn, der beim Vater lebt und dort ohne sie immer erwachsener und unabhängiger wird. Ventura hat mit Rizzi und Cirillo zwei interessante Ermittlerpersönlichkeiten erschaffen, deren Geschichten noch nicht auserzählt sind und sicherlich noch Stoff für weitere Fälle bieten.

Da mir der erste Band der Reihe „Mitten im August“ bereits im letzten Jahr den ersten Lockdown literarisch versüßt und verkürzt hatte, war klar, dass ich jetzt auch den zweiten Fall mit Spannung und dem entsprechenden „Italien-Urlaubs-Fernweh“ freudig erwartet habe – und ich wurde nicht enttäuscht. Ein paar Stunden Abtauchen in einen stimmungsvollen Italien-Krimi mit Sonne, dem Meer, das in verschiedensten Blauschattierungen leuchtet, mediterraner Küche und einem kurzweiligen, klassischen Krimiplot, das ist für mich Entspannung und Balsam für die Seele und das gelingt in „Bittersüße Zitronen“ wirklich perfekt.

„Wo die Sonnenstrahlen hinreichten, leuchtete das Meer, türkisfarbene Flecken in einem tiefen Petrolblau (…)“

(S.38)

Italien-Fans und Freunde von Donna Leon oder Martin Walker werden auch an Luca Ventura ihre Freude haben, denn Enrico Rizzi ist geradezu die italienische, capresische Antwort auf Bruno – er ist verwurzelt, ein Familienmensch, kocht gerne, hilft seinem Vater im Garten, kennt die Insel und die Menschen wie seine Westentasche und muss die Frau fürs Leben erst noch von sich überzeugen.

Viel Lokalkolorit, italienisches Lebensgefühl und kulinarische Inspiration, dazu ein nicht übermäßig brutaler Kriminalfall und zwei lebensnahe, sympathische Ermittlerfiguren – Leserherz, was willst Du mehr?

Ein Buch wie ein entspannender Tag am Meer: sonnendurchflutet, erfrischend, gut gelaunt, kurzweilig und viel zu schnell vorbei.

Buchinformation:
Luca Ventura, Bittersüße Zitronen
Diogenes
ISBN: 978-3-257-30082-6

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich „Bittersüße Zitronen“:

Für den Gaumen:
Natürlich wäre ein Gläschen Limoncello di Capri die perfekte Ergänzung zu dieser Lektüre, um die „bittersüßen Zitronen“ selbst zu schmecken.
Auf meine Merkliste der interessanten und nachkochenswerten Gerichte ist bei der Lektüre aber vor allem auch Cianfotta (teils auch Ciambotta geschrieben) gewandert: ein Sommergemüseeintopf u.a. mit Auberginen und Kartoffeln.

Zum Weiterhören:
Wer aktuell zumindest musikalisch in mediterrane Urlaubsstimmung kommen möchte, dem kann ich das Album „Mare“ von Quadro Nuevo sehr ans Herz legen. Musik, die entspannt, sofort gute Laune zaubert und einen unmittelbar das Wellenrauschen und die Meeresbrise hören und spüren lässt.

Zum Weiterlesen oder besser vorher lesen:
Obwohl man „Bittersüße Zitronen“ auch unabhängig vom ersten Teil lesen kann, kann ich auch den ersten Band der Reihe „Mitten im August“, der letztes Jahr erschienen ist, unbedingt empfehlen – hier lernt man Enrico Rizzi und Antonia Cirillo kennen und schätzen und taucht ab ins tiefblaue Meer um die Insel und die Ozeanologie. Auch hier gilt: Urlaubsstimmung inklusive.

Luca Ventura, Mitten im August
Diogenes
ISBN: 978-3-257-30076-5

Italienisches Inselgefängnis

Die nächste Station meiner Europabowle oder „Literarischen Europareise“ ist Italien: Bella Italia. Aber Francesca Melandri präsentiert uns in ihrem zweiten Roman „Über Meereshöhe“ nicht das sonnige Urlaubsland und „la dolce Vita“, sondern sie bringt dem Leser einen völlig anderen geschichtlichen Aspekt ihres Heimatlandes näher.

Der Roman spielt Ende der Siebziger bzw. zu Beginn der 80er Jahre, welche auch in Italien als „bleierne Jahre“ in die Geschichte eingehen, die geprägt sind von Terroranschlägen und der Entführung und Ermordung Aldo Moro’s im Jahr 1978.
Der italienische Staat betreibt ein Hochsicherheitsgefängnis auf einer Insel.
Namentlich erwähnt wird die Insel im Roman nicht – es könnte sich jedoch um die auch noch heute als Gefängnis genutzte Insel Gorgona vor der toskanischen Küste handeln.

„Denn will man jemand wirklich absondern vom Rest der Welt, gibt es keine Mauer, die höher wäre als die See.“

(S.33)

Im Roman sitzen dort Schwerverbrecher, Mörder und Terroristen ihre langjährigen Haftstrafen ab. Besuche sind aufwändig, erfordern viel Zeit und gut geplante Logistik und so treffen Paolo und Luisa zum ersten Mal auf dem Schiff aufeinander, das sie zur Insel bringt. Beide besuchen dort ihre inhaftierten Angehörigen: Paolo seinen Sohn, Luisa ihren Ehemann.

Als sich ein gewaltiger Sturm zusammenbraut, der ihre Rückfahrt ans Festland verhindert, bleiben die beiden über Nacht unfreiwillig auf der Insel zurück. In dieser Ausnahmesituation kommen sich die beiden näher und erzählen sich ihre Geschichten, entdecken Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

„Ihm schien es nicht unmöglich, dass alle lebenden Geschöpfe vor dem Sturm geflohen und nur sie drei zurückgeblieben waren: er, die Frau und der Vollzugsbeamte, der sie begleitete.“

(S.128)

Luisa, die zupackende, patente und lebenstüchtige Bäuerin, die gemeinsam mit ihren fünf Kindern nach der Verurteilung ihres Mannes den Hof nun alleine bewirtschaften muss und mit beiden Beinen im Leben steht. Sie führt ein einfaches Leben voll harter Arbeit, die sie ablenkt, fordert und die Schmerzen und Demütigungen zeitweise vergessen lässt, die sie durch ihren Mann erleiden musste. Fürsorglich bereitet sie gefüllte Ravioli zu, die sie mit ins Gefängnis bringt und genießt die erste Überfahrt auf dem Meer, das sie zuvor noch nie gesehen hatte, zumal ihr Mann erst vor kurzem auf die Insel verlegt wurde.

Und da ist Paolo, der leidet, mit seinem Schicksal hadert und es nicht wahrhaben will geschweige denn verstehen kann, wie ausgerechnet sein Sohn zum Terroristen werden konnte, der Menschenleben auf dem Gewissen hat. Seine Frau ist beraubt vom Lebenswillen früh an Krebs gestorben und hat ihn in all seinem Kummer allein gelassen. Der früh pensionierte Lehrer, der Frau und Sohn verloren hat, wird durch die ungewohnte Situation und die Begegnung mit Luisa aus seiner dunklen Routine gerissen.

Nach einem aus der Not geborenen Abendessen bei einem der Vollzugsbeamten und dessen Frau, die von ihrem außergewöhnlichen Leben auf der Gefängnisinsel erzählen, bereiten sich die beiden auf eine improvisierte Nacht an diesem stürmischen Ort vor. Ein Abend und eine Nacht, die das Leben der beiden und ihre jeweilige Sicht darauf für immer verändern wird.

Ein Buch wie ein Kammerspiel: wenige handelnde Personen, eine abgeschlossene Situation mit düsterem, bedrohlichem Wetter und einem außergewöhnlichen Schauplatz. Es handelt sich um ein wahrlich intensives Leseerlebnis, das den Figuren und ihren Lebensschicksalen großen Raum lässt, obwohl der Roman gerade mal 252 Seiten besitzt. Ein zutiefst menschliches und philosophisches Buch, das große Fragen stellt: Wie geht man damit um, einen nahen Verwandten (z.B. Sohn oder Ehemann) zu haben, der schwere Schuld auf sich geladen hat und im Gefängnis sitzt? Kann man verstehen? Vergeben? Wie lebt man weiter? Kann man selbst wieder Frieden und Ruhe finden?

Für mich ein Roman, den ich mir auch sehr gut in einer Adaption für die Bühne vorstellen könnte. Ein packender Stoff, der zum Nachdenken anregt.

Francesca Melandri hat für mich einmal mehr bewiesen, dass sie die ganz große Gabe besitzt, zeitgeschichtliche Stoffe aus der italienischen Geschichte der vergangenen Jahrzehnte in erstklassige Romane umsetzen zu können. Nach „Eva schläft“ und auch dem neuesten Werk „Alle außer mir“, hat mich auch „Über Meereshöhe“ vollständig überzeugt, gepackt und fasziniert. Ihr untrügliches Auge für menschliche Schicksale und die hervorragende Personenzeichnung in einer wunderbaren, stimmigen Sprache (hier sei auch die gelungene Übersetzung von Bruno Genzler explizit erwähnt) machen den Roman zu einem wahren Lesegenuss und Gewinn.

Melandri hat mit diesem Roman meine Neugier geweckt, mich noch mehr in die italienische Geschichte einzulesen und zugleich ein Buch geschrieben, das Herzenswärme und tiefe Menschlichkeit ausstrahlt. Leserherz, was willst Du mehr?

Buchinformation: (in meinem Fall eine ältere Ausgabe)
Francesca Melandri, Über Meereshöhe
Aus dem Italienischen von Bruno Genzler
Heyne
ISBN: 978-3-453-41109-8

oder neu bei Wagenbach:
Francesca Melandri, Über Meereshöhe
Aus dem Italienischen von Bruno Genzler
Wagenbach
ISBN: 978-3-8031-2812-6

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Wozu inspirierte bzw. woran erinnerte mich „Über Meereshöhe“:

Für den Gaumen:
Auf der Insel duftet es nach den Feigen an den Bäumen. Eine reife Feige – womöglich sogar frisch vom Baum gepflückt – das hat etwas Paradiesisches und schmeckt für mich immer sofort nach Urlaub.

Zum Weiterhören:
Wenn wir im Rahmen der „Europabowle“ schon in Italien angelangt sind, was würde da besser passen als Paolo Conte’s „Via con me“? Ich würde mich freuen, wenn ihr mit mir kommt und mich auf meiner „literarischen Europareise“ weiter begleitet.

Zum Weiterklicken und Weiterlesen:
Auf ihrem Blog Tuttopaletti lässt uns Anke in stimmungsvollen und unterhaltsamen Beiträgen daran teilhaben, was es bedeutet, als gebürtige Deutsche in Italien zu leben. Ihre Seite begleitet mich stets mit Amüsantem, Nachdenklichem und Lesenswertem, lässt mich gedanklich ins schöne Italien reisen und zaubert mir so oft südliches Flair und Urlaubsstimmung in mein Wohnzimmer.

Zum Weiterlesen:
Italien hat bisher bereits sechs Literaturnobelpreisträger vorzuweisen (Giosuè Carducci, Grazia Deledda, Luigi Pirandello, Salvatore Quasimodo, Eugenio Montale und Dario Fo).
Doch ich möchte heute statt einem Werk der Nobelpreisträger trotzdem noch einmal Francesca Melandri empfehlen, denn bereits ihr erster Roman „Eva schläft“ hat mich unglaublich beeindruckt und sich tief in mein Gedächtnis gegraben. Ein großartiges Buch über Südtirol und die politisch aufgeheizten Zeiten dieser teils hin- und hergerissenen Region, das einem hilft, den geschichtlichen Hintergrund besser zu verstehen. Wunderbare Literatur in einer sehr schönen Sprache.

Francesca Melandri, Eva schläft
Aus dem Italienischen von Bruno Genzler
Wagenbach
ISBN: 978-3-8031-2805-8

Sylt bittersüß

Susanne Matthiessen ist ein waschechtes Sylter Inselkind – dort geboren und aufgewachsen – und beschreibt in „Ozelot und Friesennerz“ witzig, bissig und wehmütig ihre Kindheit, die Geschichte ihrer Familie und ihr bittersüßes Verhältnis zur liebsten Insel der Deutschen.

Die Bezeichnung „Roman einer Sylter Kindheit“ trifft es für mich nicht so ganz, vielmehr habe ich das Buch weniger als Roman, sondern eher als eine Sammlung von Anekdoten und Episoden aus dem Leben der Autorin gelesen. Geboren 1963 und aufgewachsen in den wilden Siebzigern kann Susanne Matthiessen viel erzählen, hat sie doch den touristischen Aufschwung und die Entwicklung der Insel hautnah miterlebt und auch über die berühmt-berüchtigten Gäste und furiosen High Society-Parties weiß sie so einiges zu berichten. Die Perspektive der Einheimischen macht es für den Leser interessant, der in aller Regeln Sylt nur durch den eigenen Urlaub oder gar nur vom Hörensagen kennt. Wann versetzt man sich schon einmal in die Perspektive der Gastgeber?

Wie ist es, als Kind auf dieser Urlaubsinsel zu leben und aufzuwachsen? Die Eltern betreiben ein florierendes Pelzgeschäft, das seit Generationen in der Hand der Familie ist. Pelze – Luxusgüter der damaligen Zeit, die perfekt auf die Insel und zu den wohlhabenden Gästen passten. Geld spielt bei den Inselgästen häufig keine Rolle und so klingelt die Kasse im Laden. Die Eltern arbeiten viel und lange und die Tochter läuft eher nebenher mit. So verbringt sie auch als Kind und Jugendliche viel Zeit im Geschäft, lernt die Kniffe und Tricks des Verkaufens und die extravaganten Sonderwünsche der Kundschaft kennen. Sie weiß von Strandleben, Parties und exzentrischen Urlaubern zu erzählen und wie es ist, sich das Haus stets mit Sommergästen teilen zu müssen.

„Ozelot und Friesennerz“ ist aber auch ein Buch über starke, emanzipierte und geschäftstüchtige Frauen, die auf der Insel bereits früher als anderswo ihr Schicksal und das Regiment in die eigenen Hände genommen haben – und ebenso ist es ein Stück Zeitgeschichte der Bundesrepublik. Wie war das denn damals in den Siebzigern?

So erzählt die Autorin im Plauderton unterhaltsam, scharfzüngig und teils fast zynisch über sich und ihre Familie als „aussterbende Spezies“. Aussterbend in vielerlei Hinsicht: Seit die Geburtsstation der Insel geschlossen hat, werden keine Kinder mehr dort geboren, sondern kommen auf dem Festland zur Welt. Die wenig verbliebenen Einheimischen können es sich kaum noch leisten auf der Insel zu leben, seit der Ausverkauf der Insel begonnen hat und die Immobilienpreise ins Astronomische gestiegen sind. Und auch das Geschäft der Eltern ist einen relativ plötzlichen Tod gestorben, denn Pelze sind mittlerweile verpönt und werden nicht mehr gekauft. Und so werden die waschechten Insulaner weniger und das zunächst positiv begrüßte Wirtschaftswunder ist auf der Insel nahtlos in einen gnadenlosen Finanzkapitalismus übergegangen, der für die meisten Einheimischen kaum noch Raum lässt.

Kritisch räumt die Autorin jedoch auch ein, dass sich die Sylter selbst hier auch teilweise an die eigene Nase fassen müssen, aber die Selbstkritik, die Trauer, der Schmerz und die Wut über die negativen Veränderungen auf der Insel, die nicht mehr zurückgedreht werden können und den ursprünglichen Charakter Sylts immer mehr verdrängt und verwässert haben, ist deutlich zu spüren. Da schwingt große Wehmut mit und Matthiessen versucht mit ihrem Buch der Insel etwas zurückzugeben und Erinnerungen festzuhalten, die sonst auch noch verloren gehen. So schreibt sie: „In mir wächst das Gefühl, dass ich der Insel etwas schulde. Auch wenn es am Ende nur dieses Buch sein wird.“ (Zitat, S. 245).

Die Lektüre war kurzweilig und unterhaltsam, auch wenn mir etwas weniger „Pelzdetails und Kürschnerhandwerk“, dafür etwas mehr „Sylt, Land und Leute“ oder vor allem Zeitgeschichte lieber gewesen wäre. Denn die Stärke des Buches kommt für mich vor allem dann zum Tragen, wenn Matthiessen in ihrer flapsig-amüsanten und humorvollen Art zu Schreiben den großen Bogen zur deutschen Geschichte schlägt und zum Beispiel fast nebenbei durch die Geschichte ihrer Großmutter, ihrer Mutter und ihrer eigenen, die Situation und Emanzipation der Frau in Westdeutschland erzählt. Wer also abtauchen will in die wilden Siebziger Jahre oder vielleicht demnächst einen Sylt-Urlaub plant – dem sei dieses Buch ans Herz gelegt – man erfährt interessante Hintergründe aus einem neuen Blickwinkel. Wer aber dem Sehnsuchtsort Sylt keine Kratzer im Lack zufügen möchte und sich lieber die Postkartenidylle und das Bild einer heilen Welt bewahren will anstatt sich kritisch mit der Inselgeschichte auseinanderzusetzen, der sollte das Buch lieber im Regal stehen lassen.

© Ullstein Verlag

Buchinformation:
Susanne Matthiessen, Ozelot und Friesennerz
Ullstein
ISBN 9783550200649

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Wozu inspirierte mich „Ozelot und Friesennerz“:

Für den Gaumen:
Der Sylter Klassiker ist für mich ganz klar ein Fischbrötchen – ganz frisch direkt am Hafen – leider in meiner Heimat in der Qualität so nicht zu bekommen. Schmeckt für mich daher immer nach Meer, Freiheit und Urlaub und die Austern überlasse ich gerne den anderen.

Für die Ohren:
Musikalisch gesehen waren die im Buch geschilderten Schallplattenkäufe der Autorin nicht ganz meine Zeit oder Wellenlänge, aber auf Sylt hört man doch am besten ohnehin den Wellen, der Brandung und dem Meeresrauschen zu.

Für weiteren literarischen Genuss:
Wer nach der kritischen Auseinandersetzung mit der Sylter Geschichte lieber doch nochmal ein bisschen mehr „Heile Welt“, Urlaubsstimmung und gute Laune braucht, dem sei die Inselwelt der Stockholmer Schären und ein absoluter Klassiker (und eines meiner Allzeit-Herzensbücher) ans Herz gelegt:

Astrid Lindgren, Ferien auf Saltkrokan
Oetinger
ISBN: 978-3-7891-4119-5