Raue Schatten in der Bretagne

Die Bretagne ist mehr als malerische Fischerorte, Austern schlürfen und windumtoste Küstenidylle. Die gebürtige Bretonin Claire Léost hat 2021 den Literaturpreis der Bretagne für ihren zweiten Roman „Der Sommer, in dem alles begann“ (Originaltitel: Le Passage de l’été) erhalten. Sie erzählt eine raue, geheimnisvolle Geschichte, in der sich die Schicksalsfäden dreier Frauen unterschiedlicher Generationen immer … Weiterlesen Raue Schatten in der Bretagne

Sylter Schweigen

Sylt - diese vier Buchstaben wecken bei vielen Menschen sofort Assoziationen. Sogleich flimmern Bilder vom Strand, Watt und Nordsee, reetgedeckten Häuschen, Fischbrötchen, vielleicht aber auch von Luxus, Stars und Sternchen vor dem geistigen Auge. Nur wenige Orte in Deutschland haben in den letzten Jahrzehnten eine so extreme Entwicklung durchlaufen wie diese Insel und doch gibt … Weiterlesen Sylter Schweigen

Lettische Widerstandskraft

Upe ist das lettische Wort für Fluss. Und so heißt der preisgekrönte Debütroman von Laura Vinogradova: „Upe“ - in der deutschen Übersetzung lautet der Titel „Wie ich lernte, den Fluss zu lieben“. Eine schöne Gelegenheit, meine literarische Europareise bzw. Europabowle im Baltikum fortzusetzen und ein starker, intensiver Roman, der auf eine herbe, wehmütige Weise eine … Weiterlesen Lettische Widerstandskraft

Kärntner Weiberwirtschaft

In dieser Rezension geht es um eine Kärntner „Weiberwirtschaft" und dies ist in diesem Fall explizit nicht despektierlich oder abwertend gemeint. Vielmehr beschreibt Silvia Pistotnig in ihrem neuen Roman „Die Wirtinnen“ eine Art gastronomischer Frauenpower über drei Generationen hinweg. Doch es geht nicht nur um einen bewirtschafteten Landgasthof, sondern vor allem um drei Frauen aus … Weiterlesen Kärntner Weiberwirtschaft

Finnlands offene Weite

Schon der Titel hat etwas Poetisches und Sinnliches: „Sie flogen nachts“.Wer flog nachts? Der puristisch-edle Umschlag zeigt Vögel. Sind sie gemeint? Oder vielleicht doch die Träume, welche die Hauptfigur nachts im Schlaf besuchen kommen? Mirja Lanz hat einen sehr sinnlichen und kunstvollen Debütroman geschrieben, der sich in keine Schublade stecken lässt, viele Fragen aufwirft und … Weiterlesen Finnlands offene Weite

Familienleben hüben und drüben

„Und jetzt ist Schluss“ - Christine Lehmann lässt in ihrem gerade neu erschienenen Roman die soeben verstorbene Ruth Winkler vom Totenbett aus ihre fiktive Lebensgeschichte erzählen. 1930 in Halle geboren erlebt sie Krieg, Flucht und später durch die Mauer von ihrer Familie getrennt in Westdeutschland die Nachkriegszeit. Ruth Winklers Lebenserzählung steht stellvertretend für die Geschichte … Weiterlesen Familienleben hüben und drüben

Urgroßonkel Isidor

Es gibt Geschichten, die das Leben schreibt und Menschen und Schicksale, die sich kein Schriftsteller ausdenkt. Vielmehr hat sich die Journalistin und Autorin Shelly Kupferberg anhand alter Dokumente, mittels Briefen, Fotografien und Archivrecherchen der wahren Geschichte ihrer jüdischen Familie genähert. Entstanden ist dabei ein wunderbares, wichtiges Buch mit ihrem Urgroßonkel Dr. Isidor Geller im Zentrum, … Weiterlesen Urgroßonkel Isidor